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Norwegen zieht nach Militär-Provokation blank

Wenn der Einzug Trumps ins Weisse Haus auch Kritikern auf der Linken etwas Positives zu bieten hat, dann ist es das heraufziehende Tauwetter zwischen Amerika und Russland.

 

Von Wolfgang Eggert

Dass es TheDonald ernst mit diesem Wahlkampfanliegen ist zeigt bereits die Tatsache, daß er sich nun von Henry Kissinger beraten lässt, der im Geostrategiegeschäft klar als Befürworter eines Ausgleichs mit Putin gilt. Europas kalte Krieger, zum überwiegenden Teil nach wie vor im Flussbett alter NATO-Doktrinen verfangen, haben - wenn überhaupt - die Zeichen der Zeit zu spät erkannt. Sie werden die Folgen zu tragen haben.


Noch vor einen Monat, als jedermann von einem Wahlsieg Clintons und somit von einer weiteren Konfliktverschärfung ausging, war gemeldet worden dass Norwegen erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Bataillon US-Marineinfanteristen bei sich aufstellt - gegen die "russische Bedrohung".

 

Die Regierung in Oslo zeigte sich von der vorangehenden "hochwillkommenen" Anfrage des US-Pentagons beglückt. Die schwedische Presse machte die Truppenstationierung zum Thema und betonte den schwelenden Konflikt mit Russland.  N-TV meldete: "Der Schritt könnte Moskau verärgern. Norwegen ist zwar (seit 1949) Mitglied der Nato, hatte bei seinem Eintritt aber Russland ... zugesagt, keine ausländischen Kampftruppen in das Land zu lassen, sofern es nicht selbst angegriffen wird."


Es gehört zu den Usancen der Demokratie, dass ein so tiefgreifender - und zudem provokativer - Schritt von seiten des (norwegischen) Parlaments erst noch bewilligt werden musste. Und es gehört zu den Usancen der Diplomatie, dass derartige Prozesse hinter den Kulissen von oft unsichtbar bleibenden Grabenkämpfen und Druckausübungen begleitet werden.

 

Heute, exakt einen Monat nach der o.g. Ankündigung, liest man im  FOCUS: "In Norwegen hat die Polizei einen Pädophilenring gesprengt. Auf den Dateien der Kriminellen fanden die Ermittler grausame Szenen, die nur schwer zu ertragen sind. Laut Ermittlern handelt es bei dem Fall um den schlimmsten Fall von sexueller Kindesmisshandlung in der norwegischen Geschichte. Insgesamt 150 Terabyte Bild- und Videomaterial konnten gesichert werden. Dieses zeige den Missbrauch von Kindern in besonders grausamer Form. So seien sie gefesselt und zum Sex untereinander sowie mit Tieren gezwungen worden. Unter den Verdächtigen waren auch Politiker."



Norwegische Politiker. Plural. Angeblich waren die Ermittler dem Missbrauchsring durch einen Tipp des FBI auf die Spur gekommen. Dass die US-Behörde aber keineswegs den Beginn der Informationskette darstellen muss deutet sich an, wenn man den Namen des FBI-Direktors "James Comey" zusammen mit "Putin" googlet.

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