Trump will Teile des deutschen Steuerrechts kopieren. Deutsche Exporteure zahlen für ihre im Ausland erzielten Gewinne nur die dortigen, oft niedrigeren Steuern, die auch für die Konkurrenz gelten.
US-Konzerne sollen die Dividenden ihrer Auslandstöchter künftig weitgehend unversteuert kassieren. Das geht aus den Steuerplänen führender US-Republikaner hervor, berichtet die WirtschaftsWoche. Der designierte US-Präsident Donald Trump will dabei auf ein Steuerinstrument zurückgreifen, „das der Exportchampion Deutschland schon lange nutzt“, sagt Reimar Pinkernell von der Beratungsgesellschaft Flick Gocke Schaumburg dem Wirtschaftsmagazin.
Dabei handelt es sich um die deutsche „Freistellungsmethode“. Im Grunde zahlen deutsche Exporteure für ihre im Ausland erzielten Gewinne nur die dortigen, oft niedrigeren Steuern, die auch für die Konkurrenz gelten. „Diese Wettbewerbsneutralität erleichtert die Erschließung ausländischer Märkte“, erläutert Pinkernell. Der (deutsche) Fiskus profitiert am Ende dennoch, wenn der Konzern daheim eine Dividende ausschüttet und die Anteilseigner ihre Kapitalertragsteuer zahlen.
Im Gegenzug will Trump den US-Konzernen den so genannten „Tax holiday“ entziehen, der es ihnen erlaubt, Auslandsgewinne steuerfrei in Steuerparadiesen wie den Cayman Islands zu bunkern. Laut WirtschaftsWoche belaufen sich diese Gewinne inzwischen auf rund 2,6 Billionen US-Dollar, auf die der amerikanische Fiskus bislang keinen Zugriff hat.



