SPIEGEL: "Die Geldmeister. Enthüllt: Die schmutzigen Geschäfte der Fußball-Superstars". Serie über das Milliardengeschäft Fußball / 1,9 Terabyte Daten von der Enthüllungsplattform Football Leaks / Das größte Datenleck in der Geschichte des Sports.
Der SPIEGEL startet eine mehrteilige Serie über das Milliardengeschäft Fußball. Im ersten Teil, der in der aktuellen Ausgabe 49/2016 erscheint, geht es um Enthüllungen über die Steuermoral und die Steuertricks von internationalen Stars wie Mesut Özil, Cristiano Ronaldo und José Mourinho.
Ermöglicht wurden diese Einblicke durch die Enthüllungsplattform Football Leaks: Sie stellte dem SPIEGEL einen riesigen Datensatz von 1,9 Terabyte zur Verfügung, das größte Leak in der Geschichte des Sports.
Einem neunköpfigen SPIEGEL-Team aus Redakteuren, Dokumentationsjournalisten und IT-Fachleuten gelang es so, hinter die hochglanzpolierte Fassade des Fußballs zu schauen, das Geschäft mit dem Spiel von innen auszuleuchten – Kontrakte zu studieren, Konten, Korrespondenzen.
Insgesamt 60 Journalisten arbeiteten sieben Monate lang an dem Material. In wöchentlichen Videokonferenzen und bei Treffen in Hamburg, Mechelen, Paris und Lissabon tauschten die Medien ihre Funde aus, übernahmen Recherchen füreinander und arbeiteten gemeinsam an den Geschichten.
Die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe erscheint mit einem Titelsplit: Auf einem der beiden Titelbilder ist Mesut Özil, auf dem zweiten Cristiano Ronaldo abgebildet.
Ronaldo nutzte Briefkastenfirmen in der Karibik
Etliche der größten Stars des internationalen Fußballs geben sich große Mühe, ihre Einkünfte trickreich vor dem Zugriff der Steuer zu schützen. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, nutzte beispielsweise der mehrmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo über Jahre eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands.
Die Recherchen basieren auf Dokumenten, die dem SPIEGEL von der Enthüllungsplattform Football Leaks überlassen wurden. Demnach kassierte Ronaldo internationale Werbeeinnahmen und musste darauf kaum Steuern zahlen. Einerseits profitierte er dabei von einer umstrittenen Sonderregelung des spanischen Steuerrechts.
Andererseits geht aus internen Mails seiner Berater hervor, dass sie sich große Sorgen machten, die Behörden könnten „sensiblen Informationen“ rund um die karibische Briefkastenfirma auf die Spur kommen.
Das größte Datenleak in der Geschichte des Sports enthüllt die schmutzigen Geldgeschäfte vieler Fußballgrößen. Darunter auch Mesut Özil. Der soll 2,8 Millionen Euro Steuern nachzahlen. Das ist das Ergebnis einer Prüfung seiner Einkommensteuererklärungen aus den Jahren 2011 bis 2013 durch die spanischen Finanzbehörden.
Beide Fälle finden sich in einem 1,9 Terabyte großen Datensatz, den in den vergangenen sieben Monaten rund 60 Journalisten des europäischen Recherchenetzwerks EIC (European Investigative Collaborations) ausgewertet haben.
Darin finden sich 18,6 Millionen Dokumente, darunter Originalverträge samt geheimer Nebenabsprachen, Mails, Word-Dateien, Excel-Tabellen, Fotos. DER SPIEGEL und seine Partner werden in den kommenden Wochen die Erkenntnisse veröffentlichen, die einen bislang einmaligen Einblick in die Abgründe des modernen Fußballgeschäfts ermöglichen.



