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Sarrazin: Gabriel ist ein Bauchredner

Sarrazin bezweifelt Gabriels Eignung fürs Amt des Regierungschefs. Gabriel trete "immer wieder, quasi wie ein Bauchredner, mit mehreren Stimmen zur selben Sache auf".


Der frühere Berliner Finanzsenator und Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) rechnet mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten und bezweifelt dessen Eignung für das Amt des Regierungschefs. "Ich rechne damit, dass die Kanzlerkandidatur im Ergebnis auf Sigmar Gabriel hinausläuft", sagte Sarrazin der "Welt am Sonntag".

 

Wenn es der scheidende Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat werde, mache es "für die Wahlchancen der SPD aber auch keinen großen Unterschied". Gabriel trete "immer wieder, quasi wie ein Bauchredner, mit mehreren Stimmen zur selben Sache auf", sagte Sarrazin und stellte die rhetorische Frage: "Möchte man so einen Kandidaten wirklich im Kanzleramt sehen?"

 

Sarrazin prognostizierte, um einen Kanzlerkandidaten Gabriel könne sich "ein Medien-Shitstrom entwickeln, der jenen um Peer Steinbrück vor vier Jahren in den Schatten stellt". Schulz sei hinsichtlich der Eignung für das Kanzleramt "ein gänzlich unbeschriebenes Blatt - freundlich ausgedrückt", sagte Sarrazin.

 

"Bei Merkel weiß der Wähler allerdings im Positiven und Negativen, was er bekommt." Die eigentliche sachliche Alternative, die zur Wahl stehen müsste, sei die Frage der künftigen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik, sagte der Autor: "Da erkenne ich keine Unterschiede zwischen Merkel und der SPD."

 

Aus Mangel an "echten Gegensätzen" werde der Bundestagswahlkampf "zwischen SPD uns CDU sehr gekünstelt und entsprechend langweilig sein, während über die großen Fragen wie Einwanderung und Globalisierung nicht gestritten wird". Das führe zu "Wahlmüdigkeit und/oder nützt der AfD", sagte Sarrazin.

 

"Die einzige, wenn auch extrem dünne, Kanzlerchance für die SPD liegt bekanntlich in rot-rot-grün", sagte Sarrazin. Das sei allerdings "aussichtslos, solange die AfD nicht deutlich unter zehn Prozent fällt".

 

Das langjährige SPD-Mitglied fragte: "Welche eine Botschaft hätte zudem solch ein Bündnis auf der Bundesebene?" Mit zwei so ideologischen Partnern der SPD würden alle Lösungen bei der illegalen Einwanderung "noch weiter erschwert". Sarrazin fragte: "Wie steht es mit Gabriel bei den langen Brüsseler Nächten? Geht es dann dort zu wie beim Verkauf der Tengelmann-Filialen?"

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