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Griechen vor Zwangsenteignung?

Die Regierung in Athen will sich jegliches Vermögen seiner Bürger, sei es noch so klein, anzeigen lassen. Kunstwerke, antike Möbel, Schmuck, Bargeld, alles soll fein säuberlich aufgelistet werden.

 

Von Robert Sasse

Griechenland hat in den letzten Jahren einiges mitmachen müssen, soviel steht fest. Doch nun bekommt die Situation in dem bei uns so beliebten Urlaubsland eine ganz neue Qualität, denn jetzt scheint es ans Eingemachte zu gehen.

 

Denn die griechische Regierung will sich nun, da die Gläubiger sich nicht auf einen Schuldenerlass einigen wollen, jegliches Vermögen seiner Bürger anzeigen lassen. Wer über Kunstwerke, antike Möbel, Schmuck oder Bargeld verfügt muss wohl bald Listen bei der Regierung einreichen und läuft Gefahr, enteignet zu werden, Erbstück hin oder her.

 

Diese Situation ist für jede Privatperson ein absolutes Desaster, denn nachdem die griechische Regierung Anfang des Jahres damit begonnen hat, die vier großen Banken des Landes, die Piraeus Bank, Eurobank, National Bank of Greece und die Alpha Bank, zu rekapitalisieren, geht es jetzt sogar an die wertvollen Dekorationsgegenstände im Wohnzimmer.

 

Nicht genug damit, dass die Regierung unversicherte Einlagen über 100.000 Euro zwangsweise zur Bankenrekapitalisierung einstreicht, etwas, dass gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen den Todesstoß bedeuten kann. Nein, jetzt kommt auch jegliches private Vermögen auf die Regierungsliste, dass noch nie eine Bank von innen gesehen hat.

 

Ist das wirklich nötig? Nun, das Land hat rund 400 Mrd. Euro Schulden. Das machte, zur Veranschaulichung, schon 2015 unglaubliche 178,4% des Bruttoinlandsprodukts aus. Beispielsweise die USA haben zwar mit 19,9 Billionen mehr Schulden, da diese aber lediglich 107% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen, sind sie tragbar.

 

Damit nimmt Griechenland, gleich nach Japan, den traurigen Platz als das Land mit den zweitmeisten Schulden der Welt ein. Der Kollaps des Landes folgte wohl, als das Land im Jahr 2000 der EU beitrat und mittlerweile beträgt die Arbeitslosigkeit der 15 - 24-jährigen satte 55%. Von Aufständen und Straßenschlachten wollen wir gar nicht erst reden.

Ganzer Artikel zum Thema: www.watergate.tv

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