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Wegen Fake-News: Postillon wird geschlossen

Die Debatte um angebliche Lügen im Internet fordert ein erstes Opfer: Der Postillion geht offline. Grund: die Trennung zwischen Satire und News sei für den ungeübten Internetuser kaum möglich. Spiegel online begrüßt die Maßnahme.

 

 

 

"Ehrliche Nachrichten - unabhängig, schnell, seit 1845" - so wirbt "Der Postillon" auf seiner Webseite. Doch diese Aussage ist, wie der "SPIEGEL" nun im Rechercheverbund mit Süddeutscher Zeitung, ZEIT und NDR herausgefunden hat, eine Lüge. Laut SPON handelt es sich gar um einen Fake-News-Klassiker.

 

SPIEGEL Fake-News Experte Fabian Reinbold: "Nichts ist wahr bei Postillon. Doch der unerfahrene Internetnutzer nimmt es oft für bare Münze. Rasend schnell verbreiten sich auf diese Weise frei erfundene Geschichten in den sozialen Medien. Da 'Der Postillon' viele Leser in den USA hat könnte dies dazu beigetragen haben, dass Trump gewonnen hat".

 

Im Kreuzfeuer des Mainstreams und der Politik stehen auch andere Publikationen wie etwa der "Mosel Kurier". Hier sorgte folgende Meldung für politisch-korrekte Verwirrung:

Grüner Bürgermeister genehmigt Steinigung in Fußgängerzone

Bürgermeister Boris Habicht erlaubte die rituelle Steinigung einer Ehebrecherin. Zwar kommen dabei nur Pappsteine zum Einsatz, dennoch gibt es Kritik an der Entscheidung. So soll für zwei Stunden die Fußgängerzone gesperrt werden, was bei vielen Händlern auf Unverständnis stößt.

Beim Postillon kritisiert der SPIEGEL u.a. folgende Meldung:

Regierung richtet Freiflächen ein, auf denen sich Selbstmordattentäter gefahrlos sprengen können

Nach dem ersten Selbstmordattentat auf deutschem Boden reagiert die Politik: Angaben des Innenministeriums zufolge sollen in den kommenden Monaten in allen deutschen Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern eigens ausgewiesene Freiflächen für Selbstmordattentäter entstehen. Dort können diese sich ohne Gefahr für die Öffentlichkeit sprengen.

 

Für Empörung im Berliner Wahrheitsministerium sorgte jüngst ein ebenfalls vom Mosel Kurier verbreitetes Tweet einer angeblichen Grünen-Politikerin. Zwar weiß jeder, dass bei Twitter nur 160 Zeichen erlaubt sind, trotzdem sind auch in diesem Fall wieder Millionen Facebook-User drauf reingefallen.

 

Deshalb wird nun der Mosel Kurier in Kürze offline gehen müssen. SPIEGEL Fake-News Experte Fabian Reinbold: "Irgendwann hört der Spass auf. Wir müssen die User schützen, sonst erlangt die AfD 2017 noch die absolute Mehrheit."

 

Fake-Tweet des Mosel Kuriers:

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