Terrornetzwerk um Berliner Attentäter propagierte Anschläge in Deutschland – Überfälle auf Polizeistationen und Amokfahrt mit Sprengstoff beladenen Lkw geplant
Das Terrornetzwerk um den Attentäter von Berlin plante offenbar seit 2015 Anschläge in Deutschland. Wie aus Akten und Vermerken der Bundesanwaltschaft hervorgeht, die Focus vorliegen, gehörte der 23-jährige Tunesier Anis Amri zur Gruppe um den inzwischen inhaftierten Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa.
Laut den Ermittlungen plante die Truppe Abu Walaas’ Überfälle auf Polizeistationen. Andere Pläne sahen vor, Polizeibeamte per Notruf in einen tödlichen Hinterhalt zu locken. Nach Berichten eines verdeckten Ermittlers, den das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) in die Terror-Zelle eingeschleust hatte, sprachen Getreue des Predigers davon, einen Lkw voll mit Sprengstoff in eine Menschenmenge zu steuern. Wie der Informant weiter berichtete, soll sich das Terrorwetzwerk bereits Waffen mit Schalldämpfern über den Erlös aus Einbrüchen verschafft haben.
Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri soll durch zwei enge Gefolgsleute Abu Walaas in Duisburg und Dortmund radikalisiert worden sein. In geheimen Koranschulen propagierten die Lehrer mit Hilfe eines Lehrbuches der Terror-Milizen „Islamischer Staat“ (IS) den Dschihad. Sie stellten Aussagen des V-Mannes zufolge Schülern wie Anis Amri vor zwei Alternativen: Entweder die Schleusung zum IS oder aber in Deutschland Anschläge zu verüben.
Diese Doktrin, so der Informant, sei durch Abu Walaa abgesegnet worden. In einer Predigt im Mai 2016 in Kassel forderte der 32-jährige Imam die Zuhörer zum Kampf gegen die deutsche Polizei und die Ungläubigen hierzulande auf. Um die Schüler fit für den Dschihad zu machen, musste etwa der Attentäter von Berlin Gewaltmärsche mit schwerem Gepäcke hinter sich bringen.



