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Ifo: 2017 Katastrophen-Jahr für Sparer

Der Präsident des Ifo-Instituts erwartet ein schwieriges Jahr 2017 für Sparer: "Es könnte das allerschlechteste Jahr für Kleinsparer seit Langem werden", sagte Clemens Fuest der &qu...

Der Präsident des ifo-Instituts erwartet ein schwieriges Jahr 2017 für Sparer. „Es könnte das allerschlechteste Jahr für Kleinsparer seit langem werden“, sagte Clemens Fuest der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Ausgabe vom 1. Januar). Schuld daran sei die steigende Inflation, die in Deutschland auf 1,5 Prozent zulegen werde, während die Zinsen weit darunter blieben. „Das heißt, das Vermögen der Bürger wird so stark wie lange nicht mehr entwertet.“
 
Die aktuelle Euphorie an den Börsen nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten amerikanischen Präsidenten hält der Ifo-Präsident für übertrieben: „Auch Trump muss sich mit der Verschuldung Amerikas auseinandersetzen, die seine Spielräume begrenzt“.
 
In Bezug auf Europa sagte Fuest, er erwarte, dass die Europäische Zentralbank ihre Anleihekäufe anders als derzeit angekündigt schneller beendet oder deutlicher als bisher geplant reduziert. Die Käufe hält er aus Sicht der Eurozone generell für vertretbar, weil sie die Zinsbelastung der Krisenstaaten reduziert und den Euro-Kurs gedrückt haben. Deutschland werde hingegen durch die Niedrigzinspolitik benachteiligt.
 
Fuest schlägt vor, dass Euro-Länder mit übermäßigen Defiziten Nachranganleihen begeben müssen, die bei Finanzschwierigkeiten eines Staates verfallen. Dann könnte man die Last nicht auf die Steuerzahler anderer Länder, z.B. Deutschland, abwälzen. Die Rettung der Bank Monte dei Paschi sei ein weiteres Beispiel für die europäische Krankheit des Regelbrechens. Der EZB wirft Fuest vor, die europäischen Abwicklungsregeln für Banken zu dehnen zum Wohle der Stabilität der Märkte. Man sollte die Bankenaufsicht der EZB entziehen, um solche Interessenkonflikte zu vermeiden.
 
Fuest äußert sich auch zur Diskussion um Steuersenkungen in Deutschland. Er kritisierte die Äußerung von SPD-Chef Gabriel, dass das Geld für Investitionen benötigt werde. Für Steuersenkungen sei „genug Geld da. Man muss nur aufhören, es für Klientelpolitik aus dem Fenster zu werfen“. Als Beispiel dafür nannte er die Rente mit 63. Er kritisierte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage „müssten wir eigentlich höhere Überschüsse haben. Er hat keinen großen Beitrag zur Sanierung des Haushalts über Kürzung von Staatsausgaben geleistet.“ Seine Leistung bestünde aber darin, dass nicht noch mehr Geld ausgegeben worden sei.
 
Fuest kritisierte die Vorwürfe an Großbritannien, das Land sei Rosinenpicker. „Das ist ein Begriff aus der Kleinkinderpädagogik, davon sollten wir uns lösen.“ Es liege im deutschen Interesse, die Briten so weit wie möglich im Binnenmarkt zu halten. Fuest schlägt vor, dass Großbritannien nach dem EU-Austritt noch zehn Jahre übergangsweise im Binnenmarkt bleiben solle, um in Ruhe die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zur EU verhandeln zu können. Die jetzt dafür vorgesehenen zwei Jahre seien viel zu kürz. Man solle auch nicht das Finanzzentrum London kaputtmachen. „Europa hat die Wahl zwischen einem globalen Finanzzentrum oder keinem. Frankfurt oder Paris werden nicht das neue London.“ 

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