Bullenmärkte enden bekanntlich meist in einer finalen Euphorie. Das gilt nicht nur für den Bitcoin, aber auch für die Aktienmärkte. - Beim Dollar könnte eine Trendwende bevorstehen. Gold die ultimative Alternativwährung?
Von Sascha Opel
Seit der US-Wahl steigt die Wall Street im „Trumpanomics“-Stadium feuchtfröhlich nach oben. Man erhofft sich durch die Kombination aus Steuersenkungen, massiven Infrastrukturprogrammen, sowie der erneuten Deregulierung der Banken einen massiven Konjunktur- und Gewinnschub.
Während jedoch zur Zeit der „Reaganomics“ die Aktienmärkte lange zuvor stagnierten, die Arbeitslosigkeit deutlich höher war, die Zinsen und Inflation sogar extrem über den aktuellen Niveaus lagen als heute, stehen die US-Aktienmärkte heute bei niedriger (wenn auch geschönter) Arbeitslosigkeit, extrem gestiegener Staatsverschuldung und einigermaßen rund laufender Konjunktur am Allzeithoch.
Die Stärke des US- Dollars kümmerte zu Beginn des Reagan-Aufschwungs auch kaum jemanden, bis die US-Stärke irgendwann zu erheblichen Problemen in den Schwellenländern und auch in den USA führten. Ähnliches kann man - sollte der USD weiter ähnlich schnell und stark steigen, auch für die nahe Zukunft leicht prognostizieren.
Nur dass der Spielraum der FED, erheblich die Zinsen zu senken oder gar wieder die Gelddruckmaschine anzuwerfen, heute - nicht zuletzt auch wegen der deutlich angezogenen Inflationserwartungen - sehr eingeschränkt ist. Die Frage wird also sein, wie die US- Wirtschaft den Trump-Antrieb in dieser Phase verarbeiten wird. Es könnte in der Tat der Anschub zu einer Übertreibungsphase an den Aktienmärkten werden.
Bullenmärkte enden bekanntlich meist in einer finalen Euphorie, oftmals in sogenannten charttechnischen Fahnenstangen. Dies sind Kursanstiege, in denen es in relativ kurzer Zeit am Ende eines Aufwärtstrends nochmals steil nach oben geht, bevor es dann zu einer scharfen Korrektur oder gar einem Crash kommt.
Von 1999 bis März 2000 herrschte beispiels- weise so eine Euphorie. Nicht nur an der Nasdaq oder am Neuen Markt, sondern am Ende auch bei den Standardwerten. Fast alle Märkte erreichten das Top um die zweite Märzwoche 2000.
Wir können uns durchaus vorstellen, dass wir bald in ein Stadium an den Aktienmärkten einschwenken, welches den Vergleich mit früheren Bullenmarkt-Endphasen nicht scheuen muss. In diesen Phasen ist oftmals das meiste Geld in kürzester Zeit zu gewinnen. Die Kunst wird sein, nicht als letzter Spekulant auf den mit Vollgas fahrenden Zug aufzuspringen, und - sofern man investiert ist - rechtzeitig den Absprung zu schaffen.
Nachdem der Markt Gold und vor allem Goldminenaktien nach der Wahl von Trump quasi abgeschrieben hatte, selbst beste technische Ansätze einer Trendwende scheiterten, wir aber im Musterdepot rechtzeitig hohe Gewinne realisierten, wagen wir nun - nachdem die Kurse deutlich korrigierten - erneut den Einstieg.
Denn: Die ganze Welt ist inzwischen extrem bullisch für den US- Dollar, was einen möglichen Kontraindikator darstellt. Gold und der US-Dollar hatten zuletzt eine Korrelation von 0,84, sprich, wenn der USD stärker wurde, ist Gold fast immer schwächer geworden. Es gab jedoch auch Zeiten, in denen diese beinahe parallele Entwicklung außer Kraft gesetzt war, wo also Dollar und Gold gleichzeitig zulegten. Dies könnte nun bevorstehen.
Dass es an Nachfrage nach Alternativwährungen nicht mangelt, zeigt der steile Kursanstieg des Bitcoin. Diesem sollte Gold als die ultimative Alternativwährung eigentlich folgen.



