Unwägbarkeiten über Trumps Politik sollten Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen unterstützen
Von Commerzbank Commodity Research
Gold steigt im Vorfeld der heutigen Einführung von Donald Trump in das US-Präsidentenamt zeitweise auf knapp 1.210 USD je Feinunze. Dies ist teilweise auf den schwächeren US-Dollar zurückzuführen, nachdem die Fed-Chefin Yellen ihre Aussagen von vor zwei Tagen etwas relativierte. Sie hält nun graduelle Zinserhöhungen für angebracht, nachdem sie zuvor Zinserhöhungserwartungen geschürt hatte.
Aufgrund fehlender Details zur zukünftigen Wirtschaftspolitik Trumps wird die US-Notenbank mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen wohl zunächst abwarten. Eine Zinserhöhung im März erachten wir daher als unwahrscheinlich. So wie die US-Fed wird auch derzeit die EZB nichts an ihrer Geldpolitik ändern.
EZB-Präsident Draghi spielte gestern im Anschluss an die EZB-Sitzung die höhere Inflationsrate und die besseren Konjunkturdaten im Euroraum herunter. Von einem Ausstieg aus ihrer ultra-lockeren Geldpolitik ist die EZB laut Draghi noch weit entfernt.
Die monatlichen Anleihekäufe stoßen aber Anfang 2018 an wichtige rechtliche Grenzen. Die Marktteilnehmer dürften heute mit Spannung auf die Antrittsrede von Trump warten, zumal diese seine erste Rede in einem öffentlichen Amt ist. Konkrete Informationen über seine zukünftige Politik sind aber wohl nicht zu erwarten.
Mit dem Amtsantritt von Trump zählen nun Taten, mit Worten allein wird er nicht mehr weit kommen. Die Unwägbarkeiten über seine Politik dürften zu einer latenten Verunsicherung unter den Marktteilnehmern beitragen, wovon Gold als sicherer Hafen profitieren sollte.



