Liebe Leser,
was bedeutet die Verkleinerung des Alno-Vorstands für das Unternehmen? Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass der COO Frank Wiedenmaier das Unternehmen verlässt – „auf eigenen Wunsch“ und „in gegenseitigem Einvernehmen“, wie es offiziell heißt. Wiedenmaiers Posten soll nicht neu besetzt werden. Böse Zungen könnten nun behaupten, es sei nur recht, wenn der Vorstand angesichts des geplanten Stellenabbaus ebenfalls abspeckt. Für mich ist diese Entscheidung aber ein zweischneidiges Schwert.
Ein wichtiger Faktor
Zu Wiedenmaiers Aufgaben zählte der Einkauf, die Qualitätssicherung, die Logistik sowie die operative Aufsicht über alle Werke. Es ist klar: Der Küchenmarkt ist per se kein Wachstumsgeschäft. Hier geht es allenfalls darum, Einkaufspreise zu senken, Betriebsabläufe zu optimieren, eine höhere Produktivität zu erreichen, Produktionskosten zu senken und den Konkurrenten Marktanteile abzuluchsen. Offensichtlich war Wiedenmaier hierbei ein wichtiger Faktor.
Der COO hatte seinen Posten erst im Januar 2016 angetreten und war im Mai in den Vorstand aufgenommen worden. Jetzt gab das Unternehmen zeitgleich zum Rücktritt bekannt, dass sich der Auftragseingang 2016 um 6,2 % und der Umsatz um 9 % (ohne die Schweizer Tochter AFP Küchen) gesteigert hat.
Sparen am falschen Ende?
Auf einen Außenstehenden wie mich wirkt dies so, als habe Wiedenmaier dem Unternehmen effektiv etwas eingebracht. Und da frage ich mich nun, ob der Konzern nicht ausgerechnet an der falschen Stelle spart, wenn man die Stelle unbesetzt lässt. Denn diese Aufgaben müssen die verbliebenen drei Vorstandsmitglieder übernehmen. Und diese dürften mit Stellenabbau und Restrukturierung sowie drängenden Finanzierungsfragen eigentlich mehr als ausgelastet sein.
Ein Gastbeitrag von Mark de Groot.
Herzliche Grüße
Ihr Robert Sasse



