Lieber Leser,
die RWE-Aktie musste in der zweiten Jahreshälfte 2016 starke Kursverluste hinnehmen. Seit Mitte Dezember hat sich das Chartbild allerdings wieder etwas aufgehellt. Bis zum 24. Januar verteuerte sich der Anteilsschein um knapp 15 Prozent. In den letzten Tagen ging es in einem schwachen Marktumfeld allerdings wieder gen Süden. Nun stellen sich Anleger die Frage, ob die Aktie weiterhin Potenzial besitzt. Eine wichtige Hürde wartet im Bereich der 12-Euro-Marke. Sollte das Papier darunter fallen, drohen weitere Verluste.
Ist das die Initialzündung?
Auf Analystenseite ist man indes durchaus positiv gestimmt. Gleich drei brandaktuelle Studien sprechen Kaufempfehlungen für den DAX-Titel aus. Das Analysehaus Jefferies stufte die RWE-Aktie mit „Buy“ ein, reduzierte das Kursziel allerdings von 17 auf 16 Euro. Der Experte Ahmed Farman sprach von besseren Sektor-Perspektiven der europäischen Versorger. Für den Analysten John Musk von RBC Capital zählt die Aktie zu den „Top-Picks“ in der Branche. Entsprechend lautet das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 17,50 Euro.
Macquarie-Analyst Peter Crampton tut es seinem Kollegen gleich und stuft das Papier ebenfalls mit „Outperform“ ein. Auch er sieht den fairen Kurs bei 17,50 Euro. Der Branchenexperte weist auf die anstehenden Kapazitätsauktionen in Großbritannien hin. Seiner Ansicht nach dürften die Versorger RWE, Uniper und der britische Wettbewerber Centrica von potenziell höheren Zahlungen profitieren.
Hat das Kraftwerksgeschäft eine Zukunft?
Ob das Geschäft mit konventioneller Energieerzeugung auf lange Sicht noch zukunftsfähig ist, lässt sich schwerlich sagen. Bestehen in dieser Hinsicht Zweifel, könnte ein Investment bei der Ökostromtochter Innogy die bessere Wahl sein.
Ein Gastbeitrag von Hermann Pichler.
Herzliche Grüße
Ihr Robert Sasse



