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Commerzbank: Viele Fragen sind noch offen!

Liebe Leser,

die letzten Jahre waren für die Commerzbank ein ständiges Auf und Ab zwischen Gewinn und Verlust. Am 9. Februar öffnet die zweitgrößte Privatbank Deutschlands ihre Bücher und lässt einen Einblick auf die wichtigen Zahlen des vergangenen Jahres zu. Die im Vorfeld veröffentlichten Prognosen lassen jedenfalls aufhorchen. Denn trotz des sehr mittelmäßigen Jahres 2016 erwarte man einen leichten Gewinn für das Gesamtjahr. Ruft man sich beispielsweise das Zusammenbrechen des Überschusses (minus 40 Prozent) während des ersten Halbjahres 2016 sowie die negativen Ergebnisse des dritten Quartals ins Gedächtnis, könnte man an den optimistischen Prognosen durchaus Zweifel zeigen.

Commerzbank 4.0

Die Commerzbank befindet sich derzeit inmitten einer ambitionierten Umstrukturierungsmaßnahme. Der Plan „Commerzbank 4.0“ soll die Probleme der Vergangenheit angehen und die Weichen für die Zukunft stellen. Die vom Konzernvorstand verordnete Agenda sieht den Wegfall von 9.600 Arbeitsplätzen vor – gleichzeitig sollen 2.300 neue Stellen geschaffen werden. Die Kosten für das Megaprojekt könnten sich schlussendlich auf satte 1,1 Milliarden Euro summieren.

Neues Geld bedingt neue Kunden. Getreu diesem Motto verschreibt sich die Commerzbank beachtliche Ziele im Bereich der Kundenaquirierung. Die Strukturmaßnahme sieht vor bis zum Jahre 2020 eine Verdoppelung der Neukundenzahlen zu erreichen. Neben jenem Vorhaben will die Commerzbank in Zukunft vor allem auch im Bereich der Digitalisierung Schritt halten, um das Geschäftsmodell einfacher und effizienter zu gestalten.

Skepsis bleibt

Wie realistisch die Ziele der Bank sind, wird die Zukunft zeigen. Ein gesunder Realismus schadet jedenfalls bei der Bewertung der Sache nicht. Denn: Zu Unklar sind die Finanzierungsvoraussetzungen für die Strukturmaßnahme, zu vage die Digitalagenda und zu verärgert die Mitarbeiterschaft angesichts der massiven Stellenkürzungen. Meiner Meinung nach bietet der anstehende 9. Februar deshalb die Chance schlechthin, den Zweiflern mit harten Fakten Paroli zu bieten.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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