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Mologen oder man muss seinem Geld schon böse sein!

Lieber Leser,

ich gebe es unumwunden zu: Ich bin kein Mediziner, sondern nur ein Börsen-Analyst. Dafür kenne ich die Mechanismen an den Finanzmärkten aufgrund meiner mehr als 37-jährigen Erfahrung recht gut.

Am 10. Januar meldete Mologen in einer Pressemitteilung, dass ihr Kooperationspartner, die dänische Aarhus Universitätsklinik, eine Förderung in Höhe von 2,5 Mio. Euro vom Bio-Pharma-Giganten Gilead Sciences erhält. Nochmal zum Mitlesen, um es deutlich zu machen: Der Partner erhält eine Förderung – Mologen stellt lediglich seinen Agonisten Lefitolimod (neuer Ansatz zur Behandlung von HIV) für deren klinische Studie zur Verfügung.

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Falls Sie sich jetzt fragen, warum deshalb der Kurs von Mologen am gleichen und am Folgetag um +180% explodiert? Ich kann es Ihnen nicht beantworten: Schließlich verdient Mologen daran keinen Euro-Cent und profitiert selbst bei positiven Resultaten davon erst am Ende der Studie. Meine Erklärung ist daher eher börsentechnischer Natur:

Wenn Sie auf den Chart schauen, dann müssen Sie sich schon sehr bemühen, die blaue Durchschnittslinie im unteren Umsatzteil überhaupt zu erkennen. Der Grund dafür ist:

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen ist völlig unzureichend: 60.000 Euro am Tag – rechnen Sie sich gerne selbst einmal aus, wie viele Investoren hier börsentäglich Käufer und Verkäufer spielen! Selbst der aktuelle Wert von rund einer Viertelmillion Euro ist ein Schmarrn: In meinem Börsendienst empfehle ich nur Aktien, deren Handelsvolumen im 50-Tage-Durchschnitt MINDESTENS 500.000 Euro / USD beträgt!

Aufgrund der am 23. Januar veröffentlichten Pressemitteilung könnte man schon eher geneigt sein, daraus eine positive Wirkung auf das Unternehmen ableiten zu können: Dort wurden in der laufenden klinischen Studie positive Wirkungen für Lefitolimod festgestellt. Allerdings:

Es handelt sich um die Phase I von insgesamt 3 Phasen. Somit müssen noch 3 (!) Hürden vor einem (möglichen) kommerziellen Erfolg überwunden werden. Und die Patientenrekrutierung für die Phase I wird erst Anfang 2018 abgeschlossen sein. Daher:

Schon heute auf einen – noch immer äußerst vagen – Erfolg von Lefitolimod (oder anderen Präparaten aus der Mologen-Pipeline) zu spekulieren finde ich, gelinde gesagt, recht gewagt.

Zumal Mologen bis heute KEINEN Euro Umsatz macht, dafür jedoch gute 20 Mio. Euro im Jahr an Aufwand ausweist. Die Forscher dort müssen schließlich auch von etwas leben. Ach ja: Die Umsätze werden in wenigen Wochen wieder da sein, wo sie vor dem 10. Januar lagen. Wetten dass?

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