Liebe Leser,
für den weltgrößten PC-Produzenten Lenovo läuft es derzeit nicht gut. Das Unternehmen mit Sitz in Hongkong stellt eine Vielzahl an Geräten aus dem Bereich der Informationstechnik her. Dazu zählen zum Beispiel Notebooks, Tablet-PCs, Server, Peripheriegeräte, Smartphones und nicht zuletzt konventionelle Desktop-Rechner.
Die Zahlen
Bereits im Vorfeld der Zahlen-Veröffentlichung prognostizierten branchennahe Analysten einen Rückgang des Gewinns. Wie nun aus der jüngst veröffentlichten Quartalsbilanz hervorgeht, erweisen sich die vorher getätigten Prophezeiungen zurückhaltender als gedacht. Im dritten Geschäftsquartal musste Lenovo einen Gewinnsturz von satten 67 Prozent auf 98 Millionen Dollar hinnehmen. Der Konzernumsatz verringerte sich um 6 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar.
Die Gründe für die miserable Situation sind Probleme mit Zulieferern, rückläufige Geschäfte mit Rechnerzentren, steigende Preise für Komponenten sowie die schwache Marktsituation. So steht die klassische PC-Branche seit Jahren aufgrund der weiterhin steigenden Popularität mobiler Endgeräte unter Druck. Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Gartner beziffert die globale Auslieferungszahl für Desktop-PCs im letzten Quartal 2016 auf 72,6 Millionen Exemplare. Dies wäre ein Minus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Mobilsparte
Auch im hart umkämpften Mobilmarkt musste Lenovo Marktanteile abgeben. Der Absatz brach um 26 Prozent ein. Ein Hoffnungsschimmer ist die 2014 übernommene Handysparte des Konkurrenten Motorola. Die Übernahme hatte einst zum Ziel, Lenovo unabhängiger vom schwächelnden PC-Markt zu machen. Dies scheint zumindest zum Teil zu gelingen, denn Motorola konnte die Verluste etwas eindämmen. Dennoch ist eine langfristige Etablierung aufgrund der übermächtigen Wettbewerber Samsung und Apple fraglich. Yang Yuanqing, Verwaltungschef bei Lenovo, sieht dies naturgemäß anders. Er erwarte hierzu, dass man in etwa einem Jahr Gewinne einstreichen könne.



