Lieber Leser,
mit dem Verfall des Euro gegen den US-Dollar in der vergangenen Woche sind auch die US-amerikanischen Anleihekurse abgestürzt. Die Kurse für Bundesanleihen blieben jedoch im Großen und Ganzen stabiler, da sie aktuell aufgrund mehrerer EU-Risiken gefragt sind. Zur Erinnerung: Fallende Anleihekurse bedeuten auch immer steigende Renditen. Am Freitag konnten Kurse für deutsche Bundesanleihen wieder deutlich zulegen. Was sind die Gründe hierfür?
Erhöhtes Risiko in Griechenland?
Es könnte mehrere geben. Doch wenn Kurse für deutsche Bundesanleihen plötzlich steigen, dann hat das meist politische Gründe. So kann es zum einen daran gelegen haben, dass die Gespräche zum Bail-Out Griechenlands nun doch nicht so reibungslos verlaufen, wie es im Laufe der vergangenen Wochen den Anschein hatte. Neusten Berichten zufolge soll das deutsche Finanzministerium geäußert haben, dass im Zuge der Gespräche nicht genug Fortschritte gemacht wurden. Man werde daher über das Wochenende hinaus beraten.
Frankreichs Le Pen holt auf
Neben dem Griechenland-Problem scheint nun auch die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marie Le Pen in den Umfragen für die Vorwahlen im April oben auf zu sein, obgleich man ihr in der entscheidenden Runde kaum Chancen beimisst – aktuell zumindest noch nicht. Eine mögliche Koalition zwischen zwei linken Parteien, die nun vorgeschlagen wurde, könnte Le Pens Vorsprung deutlich eindämmen. Experten verweisen jedoch darauf, dass beide Parteien markt-unfreundlich wären, weshalb sie aus Börsensicht nicht so positiv gewertet werden. Der Spread zwischen den französischen und den deutschen Renditen weitet sich folglich weiter aus.



