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Alno: Ob das gut geht?

Liebe Leser,

vor einer Woche erschienen fast zeitgleich zwei Nachrichten, die kein gutes Licht auf die Zukunft von Alno warfen. Zunächst machte das „manager-magazin“ mit einem Bericht über die Prevent-Gruppe auf, die ebenso wie Alno-Großaktionär Tahoe zum Unternehmensimperium der bosnischen Familie Hastor gehört. Dann legte der Küchenhersteller vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor, die deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Wie beides zusammenhängt?

Ein Minus von 14 Mio. Euro beim operativen Ergebnis

Alno hat in seiner finanziell angespannten Lage voll auf die Karte Tahoe gesetzt. Man hat ein Übernahmeangebot angenommen, dass der Vorstand zwischenzeitlich für unterbewertet erklärte. Der Aufsichtsrat ist mittlerweile mehrheitlich in Händen des Investors. Und auch der Posten des Finanzchefs wurde mit einem Tahoe-Getreuen besetzt. Die neuen Entscheidungsträger sehen sich nun mit einer finanziellen Ausgangslage konfrontiert, die noch schlechter ausfällt als ursprünglich angenommen.

Denn das Unternehmen sah sich letzte Woche gezwungen, vorab mitzuteilen, dass das vorläufige EBITDA 2016 mit -14 Mio. Euro deutlich unter den konzerneigenen Erwartungen liegt. Da mag ich mir gar nicht erst ausmalen, welche Zahl am 28. April 2017 beim Nettoverlust hinter dem Minuszeichen steht. An diesem Tag präsentiert Alno nämlich seinen offiziellen Jahresabschlussbericht 2016, so die bisherige Planung.

Es geht gar nicht so sehr um den Verlust als solchen. Aber der Vorstand war bei seiner Prognose für 2016 von einem deutlichen Wachstum bei Umsatz und EBITDA ausgegangen. Und nun landet man beim operativen Ergebnis sogar noch hinter dem Vorjahr (2015: -0,4 Mio. Euro)? Zumindest an der Umsatzsteigerung hält man derzeit noch fest. Aber was nützen höhere Einnahmen, wenn man kein Geld verdient?

Alles auf eine Karte?

Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf Tahoe. Aber wie das „manager-magazin“ schreibt, scheint es bei der Schwestergesellschaft, der Prevent-Gruppe, mehr und mehr zu knirschen. Salopp ausgedrückt: Die Autoindustrie hat zunehmend die Faxen dicke von den Geschäftsmethoden dieses Zulieferers und schaut sich nach Alternativen um. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an den Konflikt mit VW im vergangenen Sommer, der beim Autobauer zu einem vorläufigen Produktionsstopp führte. Diese aktuelle Entwicklung könnte Hastor nun unter Druck setzen, alles auf die Karte Alno zu setzen, so das „manager-magazin“.

Ob Alno davon profitiert? Diese Frage kann ich Ihnen derzeit nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich bei Unternehmen keine Hopp-oder-Top-Situationen mag. Sie erinnern mich zu sehr an ein Spielkasino.

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