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Freenet: Endet dieses Abenteuer wie bei der Telekom?

Liebe Leser,

im vergangenen Jahr schluckte Freenet den Mediendienstleister Media Broadcast Group für rund 295 Mio. Euro und stieg damit ins Fernsehgeschäft ein. Viele Marktbeobachter runzelten mit der Stirn: Weshalb ließ sich das Mobilfunkunternehmen auf dieses Abenteuer ein? Der Vorstand begründete dies damit, dass man sich neue Einnahmenquellen erschließen wolle. Mit anderen Worten: Die Chancen auf organisches Wachstum waren begrenzt. Ein Jahr später tritt Freenet nun tatsächlich in die bunte Fernsehwelt ein.

Eigenes Senderangebot

Der Konzern tritt bekanntlich bereits als Vermarkter beim neuen terrestrischen Standard DVB-T2 auf. Über diese Plattform speist er ein eigenes TV-Angebot namens Freenet TV Connect ein, das aus 20 weiteren Sendern besteht. Darunter befinden sich bekannte Marken wie CNN, Spiegel TV, Euronews und France 24.

Ob Freenet dabei auf die richtige Branche setzt, steht auf einem anderen Blatt. Meiner Meinung nach wird es im Fernsehbereich in den kommenden Jahren noch zu starken Umwälzungen und drastischen Veränderungen kommen. Man blicke auf die Verwerfungen im Verlagswesen, bei Pressekonzernen und im Musiksektor, um einen Vorgeschmack zu erhalten, was in Kürze auf die Fernsehbranche zukommt. Ein sicheres Geschäftsumfeld sieht auf jeden Fall anders aus – meine Meinung.

Es gibt sicherlich auch in Zukunft noch Bedarf nach Fernsehinhalten. Doch dann muss man die Geschichte wie Netflix oder Amazon aufziehen, um wirklich Geld damit verdienen zu können. Dazu sind natürlich Investments in gewaltigen Dimensionen vonnöten. Und das sehe ich – bei aller Fantasie – derzeit bei Freenet nicht.

Ich will nicht hoffen, dass die Geschichte eines Tages wie bei der Telekom endet. Die Bonner haben vor einigen Jahren einen ähnlichen Ausflug ins Fernsehgeschäft gewagt. Die Erfahrungen waren gelinde gesagt enttäuschend. Das Ergebnis: Inzwischen meidet die Telekom Inhalte wie der Teufel das Weihwasser und verlässt sich nur noch auf das Kerngeschäft mit Hardware.

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