Liebe Leser,
wie kurzlebig doch die Finanzmärkte immer wieder sind. Beispiel Nordex. Das Unternehmen finde ich aussichtsreich positioniert – und nach der Übernahme von Acciona Windpower auch in schönen Nischenmärkten wie Südamerika gut vertreten. Zudem schreibt Nordex tiefschwarze Zahlen. Doch zuletzt achteten die Anleger(innen) besonders auf die negativen Seiten und blendeten die Chancen verstärkt aus.
Beispiel 23. Februar: Da gab Nordex eine Umsatzwarnung ab. Der Umsatz in 2017 wird voraussichtlich gegenüber 2016 etwas sinken – es sollen aber immerhin 3,1 bis 3,3 Mrd. Euro erzielt werden, bei einer Marge von 7,8% bis 8,2%. Im Grunde keine Katastrophe, zumal Nordex für 2018 wieder Wachstum auf 3,4 bis 3,6 Mrd. Euro Umsatz sieht. Doch Sie kennen ja manche Marktteilnehmer, wenn da „Umsatzwarnung“ steht, wird umgehend verkauft, weshalb der Kurs der Aktie herb einbrach.
Nordex hat vorläufige Zahlen für 2016 präsentiert
Am gestrigen Aschermittwoch dann erholte sich die Aktie etwas – nur eine technische Reaktion? Vielleicht. Und zusätzlich eine Reaktion auf die vorläufigen Zahlen für 2016, die Nordex am 1.3. bekannt gab. Demnach stieg der Umsatz um 40% (beachten: Übernahme von Acciona Windpower!) auf 3,4 Mrd. Euro. Die Marge (Ebitda) lag bei 8,4%. Das Ebitda selbst stieg um 56,6% auf 285,5 Mio. Euro.
Ich finde den hohen Auftragseingang (3,3 Mrd. Euro) und die recht hohen liquiden Mittel (649,5 Mio. Euro per Ende 2016) sehr ansprechend. Bedenken Sie: Die liquiden Mitel entsprechen fast der Hälfte der Marktkapitalisierung (aktuell im Bereich 1,35 Mrd. Euro). Insofern finde ich die Aktie weiterhin sehr interessant, auch wenn die Umsätze 2017 etwas niedriger ausfallen sollten. Dafür ist der Kurs nun aber auch deutlich günstiger.



