Lieber Leser,
Snap, die Mutter der Handy-App Snapchat, hat den Börsengang gewagt. Die Reaktionen waren überwältigend! Der geplante Ausgabepreis lag bei 17,00 US-Dollar, das stimmlose Papier wurde dann jedoch mit bis zu 26,00 Dollar gehandelt. Das entspricht einer Wertsteigerung von über 40% am ersten Handelstag. Der Erlös beträgt 3,4 Milliarden Dollar und macht die beiden Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy zu Multimilliardären. Der Unternehmenswert beträgt nach dem aktuellen Kurs 28 Milliarden Dollar.
Nur ein Hype?
Fundamental kann Snap die hohen Erwartungen der Aktionäre derzeit nicht erfüllen. Zwar wuchs der Umsatz im letzten Geschäftsjahr von 59 Millionen Dollar auf 404,5 Millionen Euro an. Dennoch fuhr es 2015 einen Verlust von 372,89 Millionen Dollar ein. Im darauffolgenden Jahr war es noch mehr: 514,64 Millionen Dollar. Snap war seit der Gründung noch nie profitabel.
Auch das Geschäftsmodell, aus dem die Erträge generiert werden sollen, wirft Fragen auf. Es handelt sich bei Snapchat um eine relativ simple App, mit der Fotos bearbeitet und verschickt werden können. Sie wurde durch verschiedene Prominente bekannt, die sie nutzen. Es könnte sich um eine Modeerscheinung handeln, die ihren Zenit schon überschritten hat. Dafür sprechen auch die stagnierenden Nutzerzahlen.



