Lieber Leser,
der bevorstehende Brexit belastet schon jetzt einige Unternehmen, darunter auch GFT Technologies. Das Stuttgarter IT-Unternehmen ist auf Banken spezialisiert und bietet Softwarelösungen zur Implementierung von aufsichtsrechtlichen Vorgaben im speziellen und zur Digitalisierung im weiteren Sinne. Mit dem Brexit wird der wichtige Londoner Finanzplatz zu einer „unbekannten Variablen“. Noch kann keiner genau sagen, wie der Handel mit Waren und Dienstleistungen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU gestaltet werden wird. Des Weiteren ist das Investmentbanking insgesamt rückläufig.
Genau diese Vorzeichen führen zu GFTs sehr vorsichtigem Jahresausblick. Der Gewinn vor Steuern soll im aktuellen Geschäftsjahr 35 Millionen Euro erreichen bei einem Umsatz von 450 Millionen Euro. Beide Kennziffern liegen allerdings über den Werten für 2016 mit 33 Millionen Euro Gewinn und einem Umsatz von 422,6 Millionen Euro.
Das ist doch ein Wachstum, oder?
Im aktuell unruhigen Marktumfeld wirken die moderaten Erwartungen für 2017 nicht besonders schlecht. Allerdings sind die prognostizierten Zahlen nicht gut genug für die Aktionäre: Nach der Bekanntgabe des Jahresausblicks begab sich das Papier auf Talfahrt und verlor bis zu 10%. Innerhalb von zwei Handelstagen sank der Aktienwert von 20,30 Euro auf 18,10 Euro. Das, obwohl sogar die Dividende unangetastet bei 30 Cent pro Aktie bleibt.



