Liebe Leser,
Nestlé hat 2016 sein Wachstumsziel verfehlt. Statt um 3,5% ist der Umsatz organisch nur um 3,2% gestiegen. Davon entfielen 2,4% auf internes Realwachstum und nur 0,8% auf Preiserhöhungen. Der Nettogewinn ging aufgrund eines negativen Steuereffekts um 5,9% zurück. Die starke Cashflow-Entwicklung erlaubt jedoch die Anhebung der Dividende. Die Prognose für 2017 hat ebenfalls enttäuscht. Nestlé erwartet nur noch 2 bis 4% organisches Wachstum und eine stabile operative Ergebnismarge von 15,3%.
Erst ab 2020 sind wieder höhere Wachstumsraten möglich
Jahreszahlen und Ausblick belegen: Wachstum wird in einem konjunkturell unsicheren Umfeld immer schwieriger, und auch Preiserhöhungen sind aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch Billiganbieter nicht mehr so leicht durchzusetzen wie in der Vergangenheit. Erst ab 2020 sind wieder Wachstumsraten im mittleren einstelligen Prozentbereich möglich, vorausgesetzt das laufende Sparprogramm und die strategische Neuausrichtung greifen. Mit dem neuen CEO Ulf Schneider will Nestlé vor allem außerhalb des traditionellen Lebensgeschäfts wachsen, auch durch Zukäufe.
Im Einklang mit dem Trend zu gesünderer Ernährung wird der Konzern in Zukunft verstärkt in vegetarische Produkte, gesundheitsfördernde Nahrungsmittel für ältere und chronisch kranke Menschen sowie in Wellness-Produkte investieren. In diesen Bereichen will Nestlé den Umsatz langfristig auf 10 Mrd SFr verfünffachen. Gleichzeitig werden margen- und wachstumsschwache Geschäfte wie Süßwaren, Speiseeis und Tiefkühlkost auf den Prüfstand gestellt.



