Die EZB will sich bei der Annahme von Schuldtiteln nicht mehr an Rating-Agenturen orientieren. Trichet sagte: die Zentralbank verlangt für portugiesische Staatsanleihen keine Mindestnoten der Ratingagenturen mehr. Im Klartext: die EZB macht jetzt alles zu Geld. Demnächst auch Toilettenpapier? QE à la francaise?
Auf einer Pressekonferenz im Anschluss auf die Zinsentscheidung sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, die Zentralbank verlange für portugiesische Staatsanleihen keine Mindestnoten der Ratingagenturen mehr. Moody's hatte die Kreditwürdigkeit Portugals zuvor auf Ramschniveau herabgestuft. Damit ist der Weg frei für den Ankauf selbst schlechtbewerteter EU-Anleihen - wie zum Beispiel denen aus Griechenland oder Irland.
Trichet kritisierte S&P & Co: Über die Rolle der Ratingagenturen müsse auf globaler Ebene nachgedacht werden. Ihre Urteile verstärkten Trends, und das sei nicht optimal. Ausserdem sei die kleine, oligarchische Struktur nicht wünschenswert, sagte der EZB-Präsident, ohne die drei führenden Ratingagenturen beim Namen zu nennen. Die Lösung des Problems sei aber sehr komplex. Vehement warnte Trichet vor einem teilweisen Zahlungsausfall von Staatsanleihen. 2Wir sagen nein zu einem teilweisen Zahlungsausfall - Punkt".



