Angesichts der immer hoffnungsloseren Nachrichten in Sachen Schuldenkrise überschlagen sich die Massenmedien plötzlich und entdecken die Edelmetalle. Goldpreis auf Rekord. - CDS für deutsche Anleihen steigt um 100%. - Kommenden Donnerstag ist der Tag der Entscheidung: DM oder Euro.
Von Michael Mross
Aufmacher der Sonntags FAZ: „Massenflucht aus dem Euro“ – Die Schlagzeilen werden reisserischer in der letzten Zeit. Offensichtlich hat es sich nun bis in die Wirtschaftsredaktionen herumgesprochen, dass wir ein Problem haben, ein gewaltiges Problem.
Doch in voller Gänze haben es viele Journalisten immer noch nicht verstanden: Es ist keine Massenflucht aus dem Euro – es ist eine Massenflucht aus dem Papiergeldsystem. Immer mehr Menschen haben Angst um ihr Erspartes. Der Anstieg von Gold und Silber ist das Angstbarometer. Da ist noch viel Platz nach oben.
Das Geldsystem steckt im Dilemma: Entweder Schulden erhöhen oder sofortiger Kollaps. Das wissen nur wenige – einer von ihnen: Ben Bernanke. Nicht umsonst wiederholt er gebetsmühlenartig, dass die USA ihre Schuldengrenze erhöhen sollen und das „Sparen“ keine Option ist. Sparen bedeutet Kontraktion. Kontraktion heisst im System Zusammenbruch. Denn das Geldsystem ist auf ständige steigende Schulden angewiesen. Doch irgendwann ist Schluss. Schulden können bekanntlich nicht unendlich steigen.
Diese Erfahrung wird demnächst auch Deutschland machen. Erster Vorbote: Die Kreditausfallversicherungen (CDS) für deutschen Anleihen sind in letzter Zeit drastisch gestiegen. Für 5 jährige Papiere stiegen die CDS heute auf 65 Basispunkte und liegen damit um 10% höher als am Vortag. In den letzten Wochen haben sich die Prämien mehr als verdoppelt. Italienische Anleihen sind heute im freien Fall. Da braut sich was zusammen.
Kommenden Donnerstag ist der Tag der Entscheidung: DM oder Euro. Wird Merkel ähnlich wie beim Atomausstieg eine 180 Grad Kehrtwende vollziehen und Brüssel den Rücken zeigen? Oder stellt sie die Ersparnisse der Deutschen zur Disposition um noch ein bisschen Zeit zu gewinnen für ein System, dass so oder so dem Untergang geweiht ist.
"Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer
Katastrophe führen muss. Denn der Schaden, der durch Anwendung solcher Mittel dem Volkswohlstand zugefügt wird, ist umso größer, je länger es gelungen ist, die Scheinblüte durch Schaffung zusätzlicher Kredite vorzutäuschen." (Ludwig von Mises, 1922)
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