US-Hedgefondschef Taylor sieht schwarz für Europa. „Ökonomisch gesehen, ist die Lage in Europa einfach furchtbar. Der Horror. Die Europäische Gemeinschaft muss sich irgendwann entscheiden, ob sie eine Gruppe von kleinen Ländern bleiben oder ein großes gemeinsames Land werden will. Das Ganze muss neu strukturiert werden. Aber das kann dauern, vielleicht 20 Jahre“
Der Chef des weltgrößten Devisen-Hedgefonds FX Concepts, John Taylor, sieht in der Schuldenkrise schwarz für Europa. „Ökonomisch gesehen, ist die Lage in Europa einfach furchtbar. Der Horror. Die Europäische Gemeinschaft muss sich irgendwann entscheiden, ob sie eine Gruppe von kleinen Ländern bleiben oder ein großes gemeinsames Land werden will. Das Ganze muss neu strukturiert werden. Aber das kann dauern, vielleicht 20 Jahre“, sagte der US-Manager der ZEIT.
Taylor wies den Vorwurf zurück, Hedgefonds seien Schuld an der Krise im Euroraum. „Das ist hundertprozentig falsch. Es ist genau andersherum: Erst haben Regierungen das Geld der Finanziers gerne genommen – und jetzt beschuldigt man uns, wenn wir uns absichern wollen!“, sagte er. Der Hedgefondsmanager sieht dagegen die großen europäischen Banken in der Verantwortung: „Hedgefonds sind zu klein. Die wahren Player sind Großbanken wie Deutsche Bank, Société Générale und BNP Paribas.“
Hinter den Bewegungen am Markt steckten die Regierungen und ihre Banker, „die sie seit Jahrzehnten unterstützen“, sagte er. „Das europäische Bankensystem besteht doch nur aus sogenannten nationalen Champions, die die Regierungen in Kriegszeiten oder bei der Industriepolitik und anderen Geschichten unterstützt haben, und jetzt sitzen die Banken auf einer Tonne Staatsschulden. Die wollen sie jetzt gerne loswerden, um nicht daran pleitezugehen.“



