Nahles hält Neuwahlen für nicht ausgeschlossen. SPD-Generalsekretärin plädierte vehement für die Einführung von „streng konditionierten Euro-Bonds“ zur Refinanzierung eines Teils der Staatsschulden. „Sie sind der beste, nachhaltigste und günstigste Weg aus der Schuldenkrise“.
Nahles rechtfertigte den Schritt ihrer Partei, der Regierung in der Schuldenkrise Unterstützung anzubieten. Wenn es um eine Stabilisierung der Eurozone und der Europäischen Union gehe, könne die SPD nicht taktieren, betonte sie. „Wir werden die Menschen in Deutschland und Europa nicht im Stich lassen. Aber unabhängig davon ist doch klar: Ohne eigene Mehrheit würde die Koalition zerbrechen, mit der Konsequenz von Neuwahlen“, sagte Nahles. Die SPD sehe sich außerdem „ganz klar in der Regierungsverantwortung ab 2013“.
Mit dem aktuellen Krisenmanagement äußerte sich die SPD-Politikerin unzufriesen. „In der Regierung herrscht doch das reinste Kasperletheater“, sagte Nahles dem Handelsblatt. „Frau Merkel müsste jetzt eine Allianz schmieden – auch der politischen Kräfte hier im Land – um die Krise anzugehen. Doch sie lässt sich von der FDP als Koalitionspartner erpressen, die die Euro-Krise als Möglichkeit zur Profilierung benutzt“, sagte die SPD-Generalsekretärin.
Nahles plädierte vehement für die Einführung von „streng konditionierten Euro-Bonds“ zur Refinanzierung eines Teils der Staatsschulden. „Sie sind der beste, nachhaltigste und günstigste Weg aus der Schuldenkrise“, sagte die SPD-Politikerin. Permanente Aufstockungen der Rettungsschirme kämen teurer. „Euro-Bonds werden letztlich auch kommen“, prophezeite Nahles.
Kritik übte die SPD-Generalsekretärin auch am geplanten Steuerabkommen mit der Schweiz. „Deswegen haben die SPD-Länder auch verabredet, dass sie das Steuerabkommen mit der Schweiz im Bundesrat nicht einfach passieren lassen und auf eine Verschärfung dringen werden“, kündigte Nahles an. „Zumindest, wenn sich bewahrheitet, was sich jetzt stark andeutet: Das Abkommen ist ein Schweizer Käse mit großen Löchern.“



