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Ärzte erklären Steuerfahnder für verrückt

Die Affäre um vier hessische Steuerfahnder, die mit falschen ärztlichen Gutachten für paranoid erklärt und zwangspensioniert wurden, weitet sich aus: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt jetzt gegen einen Medizinaldirektor des Hessischen Versorgungsamtes wegen des Verdachts des Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse.

 

Die Affäre um vier hessische Steuerfahnder, die mit falschen ärztlichen Gutachten für paranoid erklärt und zwangspensioniert wurden, weitet sich aus: Nach Informationen der Frankfurter Rundschau (Samstags-Ausgabe) ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt jetzt gegen einen Medizinaldirektor des Hessischen Versorgungsamtes wegen des Verdachts des Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse. „Wir haben Ermittlungen eingeleitet“, so Staatsanwältin Doris Möller-Scheu. „Der Beschuldigte ist unterrichtet.“ Wegen drohender Verjährung sei man unter Zeitdruck gewesen. „Es besteht der Verdacht, dass der Medizinaldirektor wider besseres Wissen an der Ausstellung eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses mitgewirkt hat“, sagte der Anwalt des Fahnders Schmenger, Harald Nolte der FR. „Es muss aufgeklärt werden, welchen Anteil das Hessische Versorgungsamt an der unberechtigten Zwangspensionierung hatte.“


Im Jahr 2009 war bereits der im Auftrag des Hessischen Versorgungsamtes tätige Psychiater Thomas H. zu einer Strafe von 12 000 Euro  verurteilt worden, weil er die Fahnder fälschlicherweise für unheilbar psychisch krank erklärt hatte. Auch gegen Psychiater Thomas H. ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter Versorgungsamtes wegen des Verdachts des Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse. Der Medizinaldirektor des Hessischen Versorgungsamtes soll sich die falschen Gutachten des Psychiaters Thomas H. ohne eigene Prüfung zu eigen gemacht haben und der Oberfinanzdirektion mitgeteilt haben, die Fahnder seien dauerhaft dienstunfähig. Aufgrund dieser Fehleinschätzung wurden die Fahnder zwangspensioniert.

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