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Commerzbank: Untergang oder Rettung?

Keine Aktie hängt so sehr am seidenen Faden der Eurokrise wie die Commerzbank. Das Papier ist geradezu ein Barometer für die Probleme der Gemeinschaftswährung. Derzeit sieht's schlecht aus - mit Euro und Commerzbank.

 

Kurssprünge, wie man sie früher nur vom Neuen Markt kennt macht die Commerzank derzeit. Allerdings ist die zweitgrößte deutsche Bank bekanntlich im DAX notiert. Anfang des Jahres sprang die Aktie rund 60% - doch die Gewinne schmolzen schon bald wieder dahin. Die Commerzbank zählt zu den größten Verlieren im April mit einem Verlust von rund 25% gemessen am Höchststand dieses Jahres.

Kaum ein anderes Papier am deutschen Kurszettel repräsentiert den Stand der Eurokrise so drastisch wie die Commerzbank.  Wenn sich die Probleme zuspitzen, fällt der Kurs. Und das ist auch in diesen Tagen wieder der Fall.

Die Schuldenkrise in der Eurozone eskaliert mit Spanien zu einem neuen Höhepunkt. Wer Anfang des Jahres spanische aber auch andere Südschienen-Anleihen gekauft hat, der ist bereits jetzt kräftig unter Wasser. Und die Commerzbank zählt über ihre Tochter Eurohypo zu jenen Häusern in der Euro-Zone, die ziemlich viele Problemanleihen an Board haben.

Dies mag auch der Grund sein, warum der Kurs der Commerzbank derzeit wieder im freien Fall ist. Die Probleme in der Eurozone sind nur kurzfristig übertüncht worden mit Billionen-Spritzen unter anderem für die Banken. Doch der Effekt wähnte nur kurz. Selbst die Deutsche Bank musste in letzter Zeit Kursabschläge hinnehmen - auch wenn es zwischendurch mal Erholungshüpfer gibt.

Wie es um die Banken-Landschaft in der Eurozone wirklich bestellt ist, kann man am Banken-Angstindikator ablesen: In der Nacht zum 15. April parkten Europas Bankhäuser 745 Milliarden Euro bei der EZB. Damit ist fast der alte Rekortstand von vor der Banken-Billionen-Spritze wieder erreicht, welcher bei über 800 Milliarden lag.

Die Banken trauen untereinander nicht mehr. Und wenn sich das nicht ändert, gibt es demnächst ein gewaltiges Problem. Es scheint allerdings so zu sein, dass die Märkte die Auswirkungen dieser Situation nicht begreifen. Doch die Aussage des Angst-Indikators lautet klar und deutlich: Die Lage ist ernst. Und Rettung ist nicht in Sicht.

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