Eskalierende Euro-Krise, unsichere Banken. Eigentlich müsste der sichere Hafen Gold in unsicheren Zeiten wie diesen stark nachgefragt sein. Doch das scheint derzeit nicht der Fall. Auch charttechnisch siehts schlecht aus.
von Commerzbank Commodity Research
Eigentlich müsste der sichere Hafen Gold in unsicheren Zeiten wie diesen stark nachgefragt sein. Dass der Goldpreis stattdessen unisono mit dem restlichen Rohstoffsektor fällt, hat aus unserer Sicht mit dem weiterhin starken Einfluss der spekulativen Anleger zu tun. Zwar sind ihre Netto-Long-Positionen an der COMEX seit März tendenziell gefallen.
Wir rechnen sogar damit, dass die heute Abend zur Veröffentlichung anstehenden CFTC-Zahlen für die Woche bis zum 8. Mai einen erneuten Rückgang auf den tiefsten Stand seit Januar 2009 zeigen werden. Nichtsdestotrotz kann man aktuell noch nicht von einer „Kapitulation“ oder einer „Verkaufspanik“ bei Gold sprechen. Wir können uns daher vorstellen, dass die Goldpreise in den nächsten Wochen bedingt durch weitere Anlegerabgänge und einen stärkeren US-Dollar weiter nachgeben, zumal sich das charttechnische Bild nach dem jüngsten Durchbruch des langfristigen Aufwärtstrends eingetrübt hat.
Unsere langfristige positive Haltung zu Gold bleibt davon allerdings unberührt, weil wir davon ausgehen, dass die Politik eine höhere Inflation zulassen wird. Der Druck auf die Zentralbanken, die reale Verzinsung noch über Jahre negativ zu halten, dürfte ebenfalls anhalten. Gold bleibt historisch gesehen eine der wenigen Anlagen, die einen ausreichenden Inflations- und Kapitalschutz bietet.
Der Euro fiel diese Woche unter 1,30 und die europäische Bankenkrise hat sich unterdessen weiter zugespitzt, was ein Anstieg der Versicherungsprämien für Banken deutlich zeigt. Diese sind teilweise um 10% gestiegen. In Deutschland zeichnet sich besonders die Commerzbank durch einen Anstieg der CDS aus, welche in den letzten 5 Tagen um 23 Basispunkte gestiegen sind.



