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Sarrazin entdämonisiert

Jauch: Sarrazin entdämonisiert, Steinbrück entzaubert. In Günter Jauchs Polittalk im Gasometer in Berlin vom Sonntagabend, 20.5.2012, gingen reihenweise die Rechnungen nicht auf.

 

von Rolf Ehlers

In Günter Jauchs Polittalk im Gasometer in Berlin vom Sonntagabend, 20.5.2012, gingen reihenweise die Rechnungen nicht auf. Einziger – wohlverdienter – Sieger des Abends sind der standhafte Moderator selbst und sein Team, das mit gut gewählten Beiträgen für Objektivität und Distanz sorgte.

Beteiligte am Drama des Abends waren neben den beiden Kontrahenten und dem Moderator und seinen Helfern:

(1)   aufgeregte Politiker und eine durchgeknallte Presse, die mit Macht im Vorfeld versucht hatten, das Spektakel um den „Politrebellen und Populisten“ Sarrazin zu  verhindern,

(2)   die Regie, die das Studiopublikum auf eine einseitige Haltung gegen Sarrazin einstellte,

(3)   die bereitwilligen Claqueure des Studiopublikums und

(4)   nicht anwesend aber sicher im Hintergrund wachsam wie die Schießhunde die Bilderberger und „Atlantiker“, die  sich von Steinbrück als SPD-Kanzler die Erleuchtung versprechen.

Steinbrücks wiederholter Versuch scheiterte, Jauch dafür zu gewinnen, sich über Sarrazin einfach lustig zu machen. Das Publikum zog da schon eher mit. Es beklatschte begeistert noch die wildesten Ausbrüche und seltsamsten gedanklichen Konstruktionen, die Steinbrück sich leistete, und hielt sich stets bedeckt, wenn Sarrazin mal wieder gesagt hatte, was doch längst die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Erstes klares Ergebnis des Abends war, dass Sarrazin zum Thema Euro nur Normalkost zu bieten hat. Was er aus seinem Buch über die Entbehrlichkeit des Euro und über die Fehler der Politik bei der leichtfertigen Einführung der neuen Währung ohne eine einheitliche Finanzpolitik der beteiligten Länder vortrug, fand ja sogar Steinbrücks volle verbale Zustimmung.

Steinbrück aber echauffierte sich in einem kryptischen Vortrag aufgeregt über die deutsche Verantwortung für Europa als Folge der historischen deutschen Schuld am Holocaust. Sein Fazit: wir dürfen uns nicht wie angeblich Sarrazin darauf fixieren, darzulegen, dass Griechenland alle wichtigen Strukturen vermissen lässt, die dort eine verantwortliche Finanzpolitik ermöglichen könnten und dass nicht der geringste Hoffnungsschimmer am Horizont zu sehen ist, dass sich das in absehbarer Zeit ändern ließe. Statt, wie Steinbrück sagt, immer nur nach hinten zu sehen, müssten wir Deutsche mutig vorangehen und ohne Rücksicht auf Verluste alles tun, was Griechenland helfen kann.

Dazu gab er sein Credo, dass die Schäden unermesslich wären, wenn Griechenland als erstes Land den Euroraum verließe. Nach dem Dominoprinzip würden weitere Länder fallen und am Ende wir mit. Sarrazin verwies dagegen in aller Ruhe darauf, dass die Schweden, Schweizer und Engländer seit der Einführung des Euro mit ihren alten Währungen im Vergleich zu Deutschland wirtschaftlich weit besser abgeschnitten haben. Man sollte nicht vergessen, dass der Glaube an die Naturgesetzlichkeit der Domino-Theorie schon in der Zeit des kalten Krieges und des irrsinnigen Krieges in Vietnam falsch war.

Sarrazin stutzte sich durch seine sachliche und überzeugende Art selbst auf Normalmaß. Er wusste indes nicht den Vorhalt von Jauch zu parieren, dass er doch besser seine Weisheiten vorgetragen hätte, als er in der hohen Politik und als Vorstand der Deutschen Bundesbank noch einen Einfluss hatte.

Hauptverlierer des Abends war der aufgeregte kanzlergeile Steinbrück, der durch all sein Schwafeln nicht verdecken konnte, dass er mit diesem Auftritt bei Jauch nur öffentlich vor seinen Unterstützern bei den Bilderbergern von Rockefeller über Bush, Kissinger, Schmidt und jetzt sogar Schröder seine Nibelungentreue zum Auftrag, die deutsche Nation in Europa endgültig aufgehen zu lassen, erneut unter Beweis stellte.

Dass er da keine krachende Bauchlandung erlebte, ist nur der Regie zu verdanken, die es – wohl an Jauch vorbei – geschafft hatte, das Studiopublikum zum lautstarken Unterstützer Steinbrücks zu machen. Wer nicht mitdachte, sondern nur nach dem Radau aus dem Zuschauerraum ging, musste meinen, dass Sarrazin immer noch der Dämon und Steinbrück ein kluger Kopf wäre.

Der Inhalt der gewechselten Worte gab für eine solche Einschätzung aber nichts her. Ich vermute, dass Steinbrücks Unterstützer noch rechtzeitig feststellen werden, wie hohl die Nuss ist, die sie uns da auf den Teller gelegt haben. Steinbrücks Karriere sollte enden, bevor sie richtig angefangen hat.

Was langfristig von diesem Abend bleibt ist, dass jemand, der sich einmal reichlich dümmlich über die genetische Minderwertigkeit von Migranten in Deutschland geäußert hat, nicht automatisch neue spektakuläre und wieder falsche Statements bringen wird, wenn er über Dinge spricht, von denen er wirklich etwas versteht.

Seinen schwer lesbaren neuen Wälzer von fast 500 Seiten muss sich deshalb wirklich niemand antun. Zur Sprache kam zwar, dass Sarrazin von seinen ungaren pseudowissenschaftlichen Ambitionen auch in seinem Euro-Buch nicht ganz lassen kann. Er sieht  nämlich den levantinisch lockeren Umgang mit den Finanzen als einer genetischen Besonderheit der Südländer geschuldet. Aber da gibt er nur das wieder, was an deutschen Stammtischen immer wieder über das süße Nichtstun der Mittelmeervölker gefaselt wird. Kein Grund, das auch noch in seinem Buch nachzulesen.

Gewonnen hat an diesem Abend nur Günter Jauch mit seinem Team. Es hat sich gezeigt, dass nur ein Moderator mit persönlichem Format und starker Rückendeckung in der Öffentlichkeit in der Lage ist, der Objektivität zur Geltung zu verhelfen. Schon in seiner vorherigen Sendung legte er sich mit der Regie an, die einen Störenfried, der ein persönliches politisches Anliegen vortragen wollte, wieder in den Zuschauerraum hineinließ, nachdem Ordner ihn mit brutaler Gewalt hinaus gezerrt hatten. Wünschen wir uns, dass er eine Statur gewinnt wie Oprah Winfrey in den USA, der sich niemand einfach an den Karren zu pinkeln getraut.

Und ich gehörte immer zu denen, die sich darüber lustig gemacht hatten, dass man angesichts der fehlenden persönlichen Qualitäten der meisten unserer Spitzenpolitiker auch einen Moderator wie Jauch zum Kanzler wählen könnte! Was soll’s, wenn in den USA sogar ein unerfahrener Westerndarsteller wie Reagan zum Präsidenten und ein ungebildeter Body Builder und hölzerner Schauspieler wie Schwarzenberger zum Gouverneur gemacht werden konnten.

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