Grüner Winfried Kretschmann ließ das Sommerfest seiner Berliner Landesvertretung mit Sponsorengeldern finanzieren. Die Landesvertretung Baden-Württembergs sah sich am vergangenen Freitag nicht imstande, eine Liste der von Sponsoren gezahlten Summen vorzulegen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gerät wegen des großen Sommerfests in seiner Berliner Landesvertretung in die Kritik, das berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Der Verein Lobbycontrol wirft ihm vor, Geld von Sponsoren für die traditionelle Stallwächterparty zu nehmen. "Die Länder sollten auf solches Sponsoring verzichten. Wenn die Länder keine eigenen Gelder für diese Feste aufbringen können oder wollen, sollte man sie ausfallen lassen", sagt Lobbycontrol-Geschäftsführer Ulrich Müller.
Das Fest am vergangenen Donnerstag war ein begehrter Treffpunkt der Berliner Polit-Prominenz, zu den Gästen des grünen Regierungschefs zählte auch Kanzlerin Angela Merkel. Kretschmanns eigene Partei fordert zwar kein Verbot von Sponsoring; die Grünen wollen aber, dass Spenden für solche Events offengelegt werden, um mehr Transparenz zu schaffen.
Die Landesvertretung Baden-Württembergs sah sich am vergangenen Freitag nicht imstande, eine Liste der von Sponsoren gezahlten Summen vorzulegen. Einer der Unterstützer meldete dagegen umstandslos seinen Fest-Zuschuss: Der Autobauer Daimler erklärte, die Firma habe für zwei Stände auf der Party 20 000 Euro gezahlt. Bundespräsident Joachim Gauck hatte vergangene Woche angekündigt, bei seinem Sommerfest lediglich Sachspenden anzunehmen, aber keine Geldzahlungen.



