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BDA warnt vor Euro-Crash

Arbeitgeber-Chef warnt vor dramatischen Folgen bei einem Euro-Crash und unterstützt Merkels Rettungspolitik. Es drohe dann nicht mehr nur eine Konjunkturkrise wie vor drei Jahren, „sondern eine echte Strukturkrise mit schlimmeren Folgen als nach der Lehman-Pleite 2008“.


Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat mit drastischen Worten vor einem möglichen Scheitern des Euro-Krisenmanagements gewarnt. „Die Folgen wären dramatisch und sind nicht auszudenken“, sagte Hundt in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Es drohe dann nicht mehr nur eine Konjunkturkrise wie vor drei Jahren, „sondern eine echte Strukturkrise mit schlimmeren Folgen als nach der Lehman-Pleite 2008“, sagte er. So weit dürfe es auf keinen Fall kommen. „Das könnte eine Situation sein, in der auch die Feuerwehr nicht mehr zuverlässig funktioniert. Vor allem weil die Feuerwehr, sprich: die Politik, mit ihren Kräften am Ende wäre.“

Der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wies darauf hin, dass bereits jetzt die Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft zunehme und auf die „reale Entwicklung durchschlägt“. Die Unternehmen stellten Investitionen zurück und zögerten beim Beschäftigungsaufbau. Die Risiken „sind deutlich größer geworden“. Es müsse alles getan werden, damit das konjunkturelle Klima „durch die Staatsschuldenkrise nicht in starkes Gewitter und Hagel umschlägt“, so Hundt.

Demonstrativ unterstützte Hundt vor diesem Hintergrund den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Umgang mit der europäischen Schuldenkrise. „Ich bewundere, wie die Bundeskanzlerin ihre Positionen in Europa einbringt und durchsetzt.“ Dafür zolle er ihr „größten Respekt“ . Die deutsche Wirtschaft „kämpft für den Erhalt des Euros und unterstützt deshalb den Kurs der Kanzlerin“. Allerdings fordert Hundt eine harte Haltung gegenüber Griechenland. Sollte Athen die Reformauflagen der EU nicht erfüllen, dann „gibt es keine weiteren Hilfen“

Der Arbeitgeberpräsident widersprach auch dem Eindruck, die deutsche Wirtschaft sei in ihrer Haltung zum politischen Krisenmanagement zerstritten. Deutliche Kritik äußerte Hundt allerdings am Kurs der schwarz-gelben Bundesregierung im Bereich der Sozialpolitik. „Wir leben weiterhin über unsere Verhältnisse“, sagte er. „Niemand kann von anderen Ländern überzeugend Sparsamkeit und Reformbereitschaft einfordern, wenn er selbst das Gegenteil vorlebt“, warnte Hundt mit Blick auf die jüngsten Vorstöße aus der Koalition für neue Mindestlöhne und das geplante Betreuungsgeld. Zugleich lehnte Hundt weitere Einschränkungen bei der Zeitarbeit ab. Seine Botschaft an Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen sei: „Jetzt bitte Finger weg von der Zeitarbeit und nicht weitere gesetzliche Regelungen über unsere Tarifverträge stülpen“.
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