Am 26. Januar 2026 trat Bundesbankpräsident Joachim Nagel vor den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags und warb für den digitalen Euro. Was er verschwiegt: die dramatischen Schattenseiten von digitalem Geld.
Von Meinrad Müller
Der digitale Euro solle das bestehende Bargeld ergänzen, als „digitaler Zwilling“, und Europa im Zahlungsverkehr unabhängiger von internationalen Kreditkartenkonzernen machen, so seine Erzählung.
Die entscheidende Frage entsteht dennoch im Alltag, an der Ladenkasse, auf dem Markt, beim Bezahlen. Wann verliert Bargeld seine praktische Bedeutung, weil es immer seltener angenommen wird.
Viele Bürger greifen bewusst zum Bargeld.
Diese Entscheidung entspringt Erfahrung und Gewohnheit. Man behält Überblick, wie lang der Monat noch sein darf. Gleichzeitig wächst die Zahl der Orte, an denen Barzahlung keine Rolle mehr spielt. Kartenterminals prägen den Alltag. Bargeld aber bleibt gesetzliches Zahlungsmittel, während die Händler uns das abgewöhnen wollen. So entsteht ein sanfter aber spürbarer Druck.
Der digitale Zwilling und das Wort „steuerbar“
Der Begriff „digitaler Zwilling“ für den Digitalen Euro klingt verwirrend. Zudem taucht dabei ein Wort auf, das Aufmerksamkeit verdient: steuerbar. Was heißt das? Steuerbarkeit meint, dass der Staat steuern kann, wofür man sein eigenes Geld noch ausgeben darf. Das erinnert irgendwie an Lebensmittelbezugsscheine im und nach dem Krieg. Für einen Coupon Milch bekam man keinen Zucker, zum Beispiel.
Blackout heißt Geld-Out
Bei Stromausfällen oder technischen Störungen ist Schluss mit der Plastikkarte. Große Handelsketten reagieren mit Schließung. Keine Ware, weil Bezahlung nicht möglich.
Bargeld auf dem Pferdemarkt
Vieh- und Pferdemärkte mit hunderten von Tieren wurden längst eine touristische Attraktion. Hier sieht man, wie Bargeld noch lacht. Bauern stehen neben ihren herausgeputzten Rössern, Kühen und Stieren. Man schaut dem Gaul ins Maul, fasst der Kuh ans Euter. Dem Stier fasst man lieber nirgendwo hin. Dann wird der Handel besiegelt, mit einem festen Händedruck, fest wie ein Schraubstock. Jetzt wechseln die Geldscheine den Besitzer, 1000, 2000 oder 10.000 Euro.
Bauern mit Kartenlesegeräten am Gürtel?
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



