Deutschland sitzt auf Erdgas, das unter der norddeutschen Tiefebene in rund 1.000 Metern Tiefe zwischen Schieferschichten lagert. Warum wird es nicht genutzt?
Von Meinrad Müller
Die deutschen Gasvorkommen sind seit Jahren bekannt und könnten über Jahrzehnte hinweg einen spürbaren Teil des deutschen Gasbedarfs decken. Genutzt wird dieses Gas nicht, weil die Politik es verbietet.
Seit 2017 gilt in Deutschland ein Fracking-Verbot. Selbst Probebohrungen sind untersagt. Das heimische Gas bleibt im Boden, während Haushalte und Betriebe mit dauerhaft hohen Preisen erwürgt werden.
Fracking ist böse – außer es kommt aus Amerika
In den USA wird Erdgas fast vollständig mit Fracking gefördert. Die Technik hat sich bewährt, doch genau diese Methode gilt hierzulande als unzumutbar. Das amerikanische Frackinggas wird verflüssigt, stark heruntergekühlt, und 7000 km über den Atlantik verschifft.
Plötzlich ist Fracking kein Problem mehr. An der Technik ändert sich nichts. An den Risiken ändert sich nichts. Der einzige Unterschied ist der Ort. Fracking-Gas aus den USA wird akzeptiert, Fracking-Gas aus Deutschland bleibt tabu.
Verboten im eigenen Land – bezahlt vom Bürger
Deutschland deckt heute fast seinen gesamten Gasbedarf über Importe. LNG aus den USA spielt dabei eine bedeutende Rolle. Diese Lieferkette ist teuer, energieintensiv und treibt die Kosten für Verbraucher und Industrie deutlich nach oben. Und die gescholtene Abhängigkeit von Russland hat sich nach USA verlagert.
Gleichzeitig liegt unter deutschem Boden Erdgas, das politisch weggesperrt wird. Technischer Fortschritt zählt nicht. Wirtschaftliche Entlastung ist unerwünscht. Die Folgen tauchen nicht in Regierungserklärungen auf, sondern auf Gasrechnungen und in Betriebskosten.
Die große Heuchelei der Energiepolitik
Früher kam Pipeline-Gas aus Russland zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Heute kommt Fracking-Gas per Schiff und kostet ein Vielfaches. Trotzdem wird behauptet, es gebe keine Alternative. Das ist nicht ehrlich.
Wer Fracking ablehnt, kann Fracking-Gas nicht glaubwürdig importieren. Alles andere ist Doppelmoral. Deutschland ist längst Nutznießer der Frackingtechnik. Es verlagert sie nur ins Ausland. Die Gewinne entstehen in USA, wir zahlen die Rechnung. Unsere Wirtschaft wird erwürgt und wandert ab.
Deutschland sitzt auf Gas, kauft aber böses und teures Fracking-Gas aus Übersee und verkauft diesen Widerspruch als Moral. Diese Scheinheiligkeit stinkt zum Himmel.
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