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Elon Musk baut an besserer Konkurrenz zu PayPal: X Money

Die jahrhundertealten Banken haben den Markt verschlafen. Sie hatten Kapital, Technik und Millionen Kunden.

Von Meinrad Müller

Jeder Bürger besitzt ein Konto, jedes Unternehmen arbeitet mit einer Bank. Bessere Voraussetzungen gibt es kaum. Doch statt den Zahlungsverkehr neu zu denken, wurde er verwaltet, abgesichert, reguliert – aber nicht vereinfacht.

Dann kamen die anderen Unternehmer von außerhalb des Bankensystems. Plattformbetreiber, die nicht in Filialen denken, sondern in Nutzeroberflächen. Ihr Versprechen: mehr Bequemlichkeit.

Warum nicht einfach Geld an die Email anhängen?

Wir verschicken Fotos per E-Mail oder WhatsApp. Ein Klick, und das Bild oder eine Datei sind beim Empfänger. Niemand denkt über Technik nach. Warum also nicht einfach zehn oder hundert Euro an diese Nachricht anhängen und ebenfalls auf „Senden“ drücken?

Paypal zählt heute weltweit rund 400 Millionen Nutzer.

In China erledigen über eine Milliarde Menschen ihre Zahlungen über WeChat. Dort ist Bezahlen kein eigener Überweisungsvorgang mehr, sondern Teil des Alltags. Man schreibt eine Nachricht, bestellt etwas und zahlt nebenbei.

Elon Musk: in drei Monaten ist es soweit

Seine Plattform X, früher Twitter, soll um eine Bezahlfunktion erweitert werden. X Money heißt das Projekt. Geld verschicken wie eine Nachricht schreiben. Kein zusätzliches Bankportal, keine langen Zahlenkolonnen, kein Medienbruch. Kommunikation und Zahlung verschmelzen zu einem einzigen Vorgang.

Erst die Nutzer, dann die Macht

Wer kommt zuerst in den Genuss? Die Nutzer von X. Weltweit sind es über 500 Millionen, in Deutschland 19 Millionen. Für sie wäre es nur ein zusätzlicher Knopf in einer vertrauten App. Bezahlen würde beiläufig und selbstverständlich.

Die Banken rutschen dabei in die zweite Reihe. Sie bleiben technische Abwickler, während Plattformen die Oberfläche kontrollieren. Und wer die Oberfläche besitzt, besitzt die Kundenschnittstelle.

Der klägliche Sparkassen-Versuch

Ein Blick nach Deutschland zeigt, wie schwer sich Institute tun. Die Sparkassen starteten mit „Paydirekt“ den Versuch, Paypal nachzuahmen. Später wurde das Projekt in „Giropay“ umbenannt. Große Ankündigungen, wenig Begeisterung. Händler und Kunden hielten Abstand, am Ende wurde das Angebot eingestellt. Viel Aufwand, wenig Wirkung. Wieder waren es nicht die Banken, die den nächsten Schritt bestimmten. Und wieder kommt der Impuls von außen.

Vertrauen wir dem reichsten Mann der Welt, er muss sich irgendwie mit Geld auskennen, mehr als so mancher Bankvorstand.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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