Rentenerhöhung: 51.000 Senioren müssen 2020 erstmals Steuern zahlen


Alte und junge Frau sitzen am Strand, über dts NachrichtenagenturIm kommenden Jahr müssen voraussichtlich rund 51.000 Rentner erstmals Steuern zahlen.

Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Rentenexperten Matthias Birkwald hervor, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Mittwochsausgaben berichten. Demnach werden 2020 insgesamt rund 5,12 Millionen Senioren steuerpflichtig sein.

Hintergrund der Prognose ist das für 2019 erwartete Rentenplus von 3,15 Prozent in Westdeutschland sowie 3,92 Prozent in Ostdeutschland. Als Folge der Erhöhung werden mehr Rentner das steuerfreie Existenzminium überschreiten.

Das Finanzministerium rechnet mit Steuermehreinnahmen von 445 Millionen Euro. Seit 2005 gilt die sogenannte "nachgelagerte Rentenbesteuerung". Im Gegenzug hatte der Gesetzgeber entschieden, dass Altersvorsorgeaufwendungen mehr und mehr von der Steuer abgesetzt werden können. Welcher Anteil der Rente besteuert wird, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei Rentnern, die 2005 oder vorher in Rente gegangen sind, sind 50 Prozent der Altersbezüge steuerpflichtig.

Bei Neurentnern des Jahres 2020 werden es 80 Prozent sein. Bei allen, die ab 2040 in den Ruhestand, wird dann die volle gesetzliche Rente komplett besteuert. Wer mit seiner Jahresbruttorente nach Abzug der Werbungskostenpauschale sowie des persönlichen Rentenfreibetrages oberhalb des Grundfreibetrags liegt, ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Der Grundfreibetrag steigt im kommenden Jahr von 9.168 Euro auf 9.408 Euro. Die genaue Belastung hängt letztlich von möglichen weiteren Einkünften sowie von Ausgaben ab, die abgesetzt werden können. Birkwald forderte eine sofortige Anhebung des steuerfreien Existenzminimums auf 12.600 Euro. "Die zunehmende Steuerbelastung von Renten muss jetzt endlich politisch ernst genommen werden", sagte der Bundestagsabgeordnete dem RND.

Außerdem forderte er, "die Doppelbesteuerung so weit wie möglich" einzudämmen. Mit dem Begriff Doppelbesteuerung ist ein Phänomen gemeint, welches in der Übergangsphase bis 2040, wenn nicht mehr nur ein Teil, sondern die komplette gesetzliche Rente steuerpflichtig ist, entstehen kann. Es hängt zusammen damit, dass Altersvorsorgeaufwendungen immer stärker steuerlich vom Einkommen abgesetzt werden können.

Im laufenden Jahr sind 88 Prozent der Beiträge steuerfrei gestellt – bezogen auf einen Höchstbetrag von 24.305 Euro für Ledige beziehungsweise 48.610 Euro für Verheiratete und Lebenspartner. Ab 2025 sind Beiträge 100 Prozent des dann geltenden Höchstbetrages steuerfrei. Von Doppelbesteuerung sprechen Experten dann, wenn die Entlastung durch die Absetzbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen niedriger ist als die Belastung der späteren Renten mit Steuern.

In diesem Zusammenhang fordert Birkwald, den Übergangszeitraum zur Besteuerung von Renten zu verlängern. 100 Prozent der Rente sollten dann erst 2070 voll steuerpflichtig sein und nicht erst wie bisher gesetzlich vorgesehen ab 2040. Ein entsprechender Antrag der Linksfraktion wird Ende November Gegenstand einer Sachverständigenanhörung im Finanzausschuss des Bundestages sein.

Foto: Alte und junge Frau sitzen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

Sensationelle Bilder von oben: Oliver Krautscheid Dronestagram.  Auch auf YouTube

Videos:

-
Loading...
-
Wandere aus, solange es noch geht!

Wikifolios
Börsen News

Bitcoin Live

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart Bitcoin + Ethereum kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
1No5Lj1xnqVPzzbaKRk1kDHFn7dRc5E5yu

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

WERBEN auf MMnews
Banner + Textanzeigen
Anfragen hier.

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2020 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.