Lauterbach stoppt Nackt-Werbespots für Corona-Impfung

Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigte „kreative Impfkampagne“ in den nächsten Wochen ist nach Informationen von Business Insider ins Stocken geraten.  

Wie Business Insider erfuhr, wurde in Berlin im Februar eine ganze Serie von kurzen Sequenzen abgedreht, in denen ein Teil der Darsteller nackt war. In jeder Einzelszene, die hinterher zu einem Kurzfilm zusammengefügt werden sollen, gibt es gut gekleidete und unbekleidete Schauspieler. Letztere sind völlig ohne schützende Garderobe Wind und Wetter ausgesetzt und stellen anscheinend die Ungeimpften dar. In den Szenen bringt beispielsweise ein Taxifahrer eine ältere, gut angezogene Dame zu ihrem Ziel und hilft ihr beim Aussteigen; auch mit unbekleideten Basketballern, die ihre Fans – in Trikots der Heimmannschaft angezogen – abklatschen, wurde gefilmt. Eine Werbekampagne zum Schmunzeln also, die die Schutzlosigkeit der Ungeimpften sehr plastisch greifbar macht.

Eigentlich sollten die Filmchen im Juni/Juli dieses Jahres im Fernsehen ausgestrahlt werden. Doch daraus wird nichts. Aus Regierungskreisen erfuhr Business Insider, dass man sich im Bundesgesundheitsministerium entschieden hat, die Impfwerbespots zurückzustellen. Auf Rückfragen zu dem Werbedreh mauert das Ministerium. Offiziell heißt es: „Die Neuauflage der Impfkampagne befindet sich derzeit in der strategischen Planung.“ Man könne zu konkreten Inhalten leider noch keine Angaben machen.

Business Insider erfuhr aus Regierungskreisen den Grund, warum die Ausstrahlung aufgeschoben wird: angeblich aus Rücksicht auf ukrainische Flüchtlinge. „Die aus dem Krieg in der Ukraine Geflüchteten könnten sich von den Filmsequenzen getriggert fühlen“, heißt es. Möglicherweise fänden die Filme später einmal Verwendung, aber man bekommt den Eindruck, dass das Ministerium von den Filmen nichts mehr wissen will.

Dabei wäre ein Anschub für die Impfkampagne dringend notwendig: Aktuell werden laut Impfdashbord des Robert-Koch-Instituts täglich nur 45.000 Dosen verimpft.

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