Ein dänischer Pensionsfonds stößt US-Staatsanleihen ab. Am Kapitalmarkt stehen diesen 100 Millionen rund 36 Billionen Dollar gegenüber.
Von Meinrad Müller
Dänemark stampft auf den Boden wie ein trotziges Kind
Würde ein Kind zur Tante Emma im Laden sagen: „Bei dir kaufe ich keinen Kaugummi mehr“, dann ist das ziemlich genau das, was die Dänen gerade vormachen. Groß angekündigt, am Ende kaum spürbar. Eine Maus, Mitglied im selben Verein wie der Elefant, der NATO, und fest überzeugt, dass der Riese nun nervös wird.
Der dänische Pensionsfonds „AkademikerPension“ stößt amerikanische Staatsanleihen ab, im Wert von hundert Millionen Dollar. Begründet wird das mit den schlechten Staatsfinanzen der USA. Dazu der halblaute Zusatz, der Streit um Grönland habe die Entscheidung nicht gerade erschwert. So klingt Protest, wenn man ihn flüstert, ohne ihn wirklich durchziehen zu können.
Der Auftritt erinnert an eben diesen Siebenjährigen, der mit rotem Kopf aufstampft. In der Faust ein paar Münzen. Mehr nicht. Und irgendwo im Hinterkopf weiß er selbst, dass er morgen wiederkommt, weil es im Viertel keinen anderen Laden gibt.
Nicht Tante Emma, sondern der kleine Kunde
Der entscheidende Punkt ist einfach. Dänemark ist nicht Tante Emma. Dänemark ist der kleine Kunde. Der Laden gehört den USA. Riesig, hell erleuchtet, die Regale voll. Dort liegen Dollar, Sicherheit und Schutz nebeneinander. Jahrzehntelang griff man dort zu, weil es bequem war und weil es angeblich nichts Sichereres gab.
Jetzt ruft der Kunde empört, die Ware tauge nichts mehr. Hinter der Kasse schaut man kurz hoch und dann wieder nach unten. Kein Schrecken und kein Zittern. Wer täglich mit gewaltigen Summen arbeitet, lässt sich von ein paar Münzen nicht aus der Ruhe bringen.
Die Maus hat gequietscht. Der Elefant bleibt unbeeindruckt stehen.
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