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Deutschland behindert Moskaus Flug zu Genfer Friedensgesprächen

Eine russische Delegation muss nach Genf, darf aber nicht über deutschen Luftraum fliegen. Deutschland hat sich historisch gesehen genau in diese Flugroute eingezwängt.

Von Meinrad Müller

Über den Wolken darf der Friede wohl nicht grenzenlos sein. Die Schweiz liegt aber nun einmal mitten in Europa. Wer dorthin fliegt, muss zwangsläufig EU-Luftraum überqueren. Oder mit dem Zug fahren, wie einst Wladimir Iljitsch Lenin, der im Schweizer Exil lebte. Ihm erlaubte das deutsche Kaiserreich am 9. April 1917 die Durchfahrt von Zürich nach St. Petersburg.

Über einhundert Jahre später sagt das „unsere Demokratie-Deutschland“, das Beste, das wir kennen: Njet. Also fliegt die Maschine aus Moskau erst in die Türkei, dann übers Mittelmeer, dann wieder hoch über Italien in die Schweiz. Am Ende landet sie genau dort, wo sie hinmusste zu den Ukraine-Friedensverhandlungen nach Genf. Eine Route, die aussieht, als hätte jemand Europa mit verbundenen Augen auf der Landkarte umrundet. Das ist wie bei „Verstehen Sie Spaß“, wenn die guten Demokraten das Regiebuch diktieren.

Die EU spielt beleidigt

Offiziell will man Friedensgespräche, die USA haben den Termin vermittelt, aber praktisch erschwert man die Anreise. Das ist kindischer Trotz. Man redet in Genf miteinander, aber bitte nicht zu reibungslos. Für uns Bürger, die einfach nur möchten, dass Schluss ist mit diesem Krieg, wirkt das wie Kindergartenspielchen.

Italien ist lockerer

Der Clou kommt über den Alpen: Über Italien darf das Flugzeug fliegen. Ohne diesen Überflug gäbe es keinen Weg nach Genf. Wenn Verhandlungen gewünscht sind, warum müssen sie dann behindert werden?

Neun Stunden Flug statt vier Stunden

Die Maschine dreht derweil eine Ehrenrunde von Moskau in die Türkei, dann über das Mittelmeer und pustet fröhlich zusätzliche Tonnen CO₂ in die Atmosphäre. Neun Stunden über den Wolken, statt vier. Während zu Hause über Heizungen, Tempolimits und Verzicht diskutiert wird. Der Krieg endet irgendwann, Kriege tun das immer. Danach wird man wieder miteinander auskommen müssen. Und dann erinnert sich Moskau daran, wer den Weg zum Verhandlungstisch künstlich verlängerte.

Wladimir Iljitsch Lenins Eisenbahnwaggon war 1917 verplombt, hermetisch dicht. Wie heute Flugzeuge. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. war anders als Merz gnädig. Wie sich die Zeiten doch ändern.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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