Diese alte französische Heroldsformel scheint auch dieser Tage in Budapest zu funktionieren. Viktor Orbán ist weg, aber sein Vermächtnis in der wichtigsten Frage der nationalen Sicherheit lebt weiter.
Von Meinrad Müller
Wer auf den großen Migrations-Wandel gehofft hat, guckt jetzt in die Röhre
Viele auf der linken Seite und vor allem in Brüssel haben sich nach dem Wahlsieg von Péter Magyar am 12. April 2026 die Hände gerieben. Endlich Schluss mit Orbán, endlich offene Grenzen und der EU-Migrationspakt durchgewunken – dachten sie. Fehlanzeige.
Der designierte neue Ministerpräsident hat in den ersten Tagen nach seinem Erdrutschsieg klipp und klar gemacht: In der Migrationspolitik ändert sich nichts Grundlegendes. Kontinuität statt Kehrtwende.
Ungarns gute Grenzen, Flucht aus der DDR
Wir erinnern uns: Die Öffnung der ungarischen Grenze zu Österreich im Jahr 1989 war ein entscheidender Wendepunkt, der den Eisernen Vorhang durchbrach und den Fall der Berliner Mauer einleitete. Nach dem Abbau der Grenzanlagen ab Mai 1989 ermöglichte die offizielle Grenzöffnung in der Nacht zum 11. September 1989 zehntausenden DDR-Bürgern die Flucht in den Westen.
2026 will niemand aus Ungarn raus, vielmehr drängen Migranten nach Ungarn hinein. Doch Magyar hat unmissverständlich erklärt: Der Zaun an der Südgrenze bleibt stehen und soll sogar ausgebessert werden. Löcher werden gestopft, illegale Einwanderung weiter konsequent abgewehrt. Den EU-Migrations- und Asylpakt lehnt er rundheraus ab, genau wie verpflichtende Quoten oder Umsiedlungsspielchen. „Ungarn wird kein einziges Umsiedlungsabkommen akzeptieren“, sagte er. Stattdessen will er es machen wie Polen oder die Slowakei: EU-Vorgaben irgendwie erfüllen, ohne die eigenen Grenzen aufzugeben.
Ein breiter Konsens, den selbst Magyar nicht antastet
Das ist kein Zufall und auch kein taktisches Manöver. Die harte Linie gegen illegale Migration ist in Ungarn tief verankert, quer durch fast alle Bevölkerungsschichten. Seit 2015, seit dem Bau des Zauns und der klaren Ablehnung von Asylquoten, hat sich diese Haltung fest in den Köpfen der Ungarn eingebrannt. Selbst ein Péter Magyar, der in Sachen Rechtsstaatlichkeit, Korruption und EU-Nähe ordentlich aufräumen will, traut sich offenbar nicht, an diesem Fundament zu rütteln. Zu groß wäre der Gegenwind.
Ärger der Globalisten in Brüssel
Ungarn verabschiedet sich vom stark zentralisierten Orbán-System und stellt sich wieder etwas freundlicher mit Brüssel, um die eingefrorenen 20 Milliarden EU-Gelder zu bekommen. In der Migrationspolitik aber bleibt das Land auf dem bewährten Kurs, sehr zur Freude vieler Ungarn und zum großen Ärger der Globalisten in Brüssel.
Die Politik der starken Grenzen lebt. Und genau das ist wohl die wichtigste Nachricht, die gerade aus Budapest nach Europa hinausgeht.
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