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SPD: Wir können doch nichts für unseren Absturz

Wer nicht hören will muss fühlen. Von 45,8 Prozent auf 12 Prozent (Umfragewert 2026). Die SPD sucht verzweifelt nach Schuldigen. Dabei saß die Wahrheit jahrelang im Wohnzimmer-Sessel und hieß Alfred Tetzlaff – die Stimme der Basis.

Von Meinrad Müller

Und der gute Alfred Tetzlaff aus dem Ruhrpott sah 50 Jahre in die Zukunft.

1972, 45,8 Prozent. Die SPD feierte ihren Triumph. Alfred Tetzlaff sagte: „Soziale Gerechtigkeit? Dass ich nicht lache! Das heißt bei der SPD doch nur, dass derjenige, der nichts tut, genauso viel kriegt wie der, der sich jeden Tag den Buckel krumm schuftet.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1976, 42,6 Prozent. Alfred Tetzlaff warnte bereits: „Ihr seid doch alle gleich, ihr Sozis. Große Klappe, nichts in den Knochen und immer nur fordern, fordern, fordern. Aber wer soll das bezahlen? Der kleine Mann, der anständige Steuerzahler wie ich.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1980, 42,9 Prozent. Alfred Tetzlaff sagte: „Wenn es nach denen ginge, hätten wir eine 20-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und am Mittwoch wird schon das Wochenende eingeläutet. Kein Wunder, dass die Wirtschaft kracht!“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1983, 38,2 Prozent. Alfred Tetzlaff polterte: „Wir haben keine Regierung, wir haben einen Trümmerhaufen in Bonn!“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1987, 37,0 Prozent. Alfred Tetzlaff sagte: „Was die SPD unter Fortschritt versteht, ist in Wirklichkeit der Rückschritt in die Steinzeit.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1990, 33,5 Prozent. Alfred Tetzlaff meinte: „Der Wehner und der Brandt, die stecken doch unter einer Decke mit den Pankowern. Die machen doch hier die Türen auf, damit der Russe nur noch reinspazieren muss.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

1998, 40,9 Prozent. Schröder brachte die SPD zurück. Alfred Tetzlaff sagte: „Die verschenken unser Geld in der ganzen Welt und wir können sehen, wie wir die Kohlen für den Ofen beikriegen.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2005, 34,2 Prozent. Alfred Tetzlaff erkannte: „Wenn man denen den kleinen Finger reicht, dann hacken sie einem gleich die ganze Hand ab und nennen das dann Umverteilung.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2009, 23,0 Prozent. Alfred Tetzlaff donnerte: „Das ist doch kein Staat mehr, das ist ein Selbstbedienungsladen für Nichtskönner!“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2017, 20,5 Prozent. Alfred Tetzlaff schimpfte: „Die fressen uns doch die Haare vom Kopf, diese Reformer. Überall neue Ämter, überall neue Bürokratie, und am Ende weiß keiner mehr, wie man eine ordentliche Schaufel hält.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2021, 25,7 Prozent. Alfred Tetzlaff sah durch: „Die SPD macht aus Deutschland ein Sanatorium für Faulpelze.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2025, 16,4 Prozent. Alfred Tetzlaff hatte die passenden Worte: „Diese ganze sozialdemokratische Mischpoche hat doch nur ein Ziel: Den anständigen Bürger zu schikanieren, wo es nur geht.“ Wir hätten auf Alfred Tetzlaff hören sollen.

2026, rund 12 Prozent. Heute wählt der Arbeiter nicht mehr selbstverständlich die rote Partei. Er schwenkt zu einer Partei, deren Farbe fast aussieht wie sein Blaumann an der Werkbank.

Die SPD jammert bis heute: Alle anderen sind schuld. Nur nicht sie selbst. Dabei saß Alfred Tetzlaff genau dort, wo die SPD früher zu Hause war – im Wohnzimmer des kleinen Mannes.

Heute wird die SPD mit klingenden Beilhieben massakriert. Weil sie nie auf Leute wie Alfred gehört hat.

Die Serie „Ein Herz und eine Seele“ lief von 1973 bis 1976.

Der Autor Wolfgang Menge, bekannt auch aus „Momo“, sprach für die Arbeiter. Die Sendung aus dem WDR wäre heute aus „politischer Korrektheit“ undenkbar.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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