In Abwandlung eines alten Spruchs gilt offenbar nun: „Alle Räder drehen sich, wenn dein starker Arm es will.“ Die Räder an Bus und Bahn drehen sich, weil Verdi die Fahrten finanziert. Die Beitragszahler werden jedoch nicht gefragt.
Von Meinrad Müller
Verdi-Mitgliedsbeiträge für Lustreisen
Der Verdi-Landesverband NRW setzt eingesammelte Mitgliedsbeiträge ein, um Demonstranten kostenlos nach Erfurt zu karren. Das Ziel ist klar formuliert: Den AfD-Bundesparteitag am 4. Juli verzögern. Gemeinsam mit linken bis linksextremen Kräften, die bereits in Gießen gezeigt haben, wie man mit Blockaden politische Veranstaltungen behindern kann.
Gratis-Tagesausflug nach Thüringen
Früher war Verdi die Stimme der Arbeiter. Man stritt für höhere Löhne, bessere Arbeitszeiten und mehr Mitbestimmung. Heute ist man Reiseveranstalter für politische Lustfahrten. Während Verdi-Mitglieder im Paketzentrum, im Pflegeheim, im Bus oder im Callcenter schuften, spendiert die Gewerkschaftskasse Städtereisen.
Was Verdi dabei verschweigt: Auch AfD-Wähler sind Verdi-Mitglieder. Wer als Polizist, Pflegekraft, Busfahrer oder Rettungskraft an der Front steht, kennt die Wirklichkeit. Er sieht jeden Tag, was in diesem Land schiefläuft. Er weiß sehr genau, warum er AfD wählt. Ausgerechnet sein Geld wird nun eingesetzt, um gegen die Partei zu mobilisieren, der er seine Stimme gibt. Unverschämter geht es kaum.
Eine Gewerkschaft, die ihre Bedeutung in den Betrieben zunehmend verliert, geht auf anderen Gebieten wildern. Politisch schon immer mit deutlicher linker Schlagseite, kippt das frühere Gewerkschaftsideal nun vollends zur Seite. Verdi versteht sich als zahnlose Anti-AfD-Kompanie im Gleichschritt.
Die Mitglieder zahlen, die Schwarzvermummten reisen
Verdi beschreibt die eigene Aktion so: „Für ver.di-Mitglieder ist die Anreise mit dem Bus kostenfrei. Interessierte können ein Ticket erwerben und sich die Kosten über ihren Bezirk erstatten lassen.“
Betriebsausflug in die Wirklichkeit
Vielleicht sollten Verdi-Funktionäre einmal einen Betriebsausflug in die Wirklichkeit machen. In ein Pflegeheim am Sonntagmorgen. In ein Paketzentrum kurz vor Weihnachten. In einen Busbetrieb mit Krankenstand und Überstunden. Dort erfährt man schnell, was Solidarität bedeutet.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



