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Spahns Leihmutterentscheidung verärgert Senioren-Union

Der Chef der Senioren-Union Hubert Hüppe zeigt sich »persönlich geschockt« von der Neuigkeit über Jens Spahns Entscheidung für eine Leihmutter.

»Wir haben als CDU den klaren Beschluss des Bundesparteitages, dass wir Leihmutterschaft ablehnen. Die CDU war die Partei, von der man sagte, dass sie bei dem Thema am deutlichsten ist«, sagte Hüppe dem SPIEGEL. »Natürlich kann ich verstehen, dass jeder Mensch den Wunsch auf ein Kind hat, auch homosexuelle Paare, aber es geht darum, ob man Frauen instrumentalisiert.«

Er drängt darauf, in Deutschland auch die Leihmutterschaft im Ausland zu verbieten. »Statt über eine Legalisierung sollten wir eher darüber nachdenken, den italienischen Weg zu gehen und die Leihmutterschaft im Ausland unter Strafe zu stellen.« Die rechte Koalition unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Leihmutterschaft im Ausland verboten, um die »traditionelle Familie« zu schützen.

Ganz anders sieht es SPD-Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge von der SPD. »Mit Überraschung habe ich festgestellt, dass Jens Spahn von seiner Position zur Leihmutterschaft abgerückt ist«, sagte Wegge, Sprecherin für Recht und Verbraucherschutz, dem SPIEGEL. »Wer es sich finanziell leisten kann, wählt den Weg über eine Leihmutter im Ausland, anstatt sich beispielsweise für ein Pflege- oder Adoptivkind zu öffnen. Gerade im Ausland finden Leihmutterschaften häufig in einem rechtlichen Umfeld statt, das Frauen nur unzureichend vor gesundheitlicher und finanzieller Ausbeutung schützt.« Das halte sie für hochproblematisch.

Sie habe sich in der vergangenen Legislatur intensiv mit dem Kommissionsbericht zu reproduktiven Rechten beschäftigt und sei »deshalb für die Einführung einer altruistischen Leihmutterschaft in engen Grenzen auch in Deutschland.« Dabei würde die Leihmutter keine Bezahlung für die Schwangerschaft selbst erhalten, sondern lediglich die Erstattung ihrer tatsächlichen Kosten, etwa für medizinische Versorgung. Wegge findet: »Eine Regelung muss dabei ausreichend Schutz vor Ausbeutung von Frauen sowie klare Regeln und Grenzen beinhalten.«

 

 

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