Berlin ehrt Blut-Hilde, Ex-SED-Scharfrichterin

Eine Scharfrichterin aus der DDR, die wegen ihrer Härte (2 Todesurteile gegen Regimegegner) auch „Rote Guillotine“, „Rote Hilde“ oder „Blutige Hilde“ genannt wurde, wird posthum im Berlin in einer Broschüre als "Starke Frau" gewürdigt.

 

Das von CDU und Grünen geführte Bezirksamt Berlin Steglitz-Zehlendorf ehrt in einer Broschüre „Starke Frauen in Steglitz-Zehlendorf“, darunter die als „Blutrichterin“ bekannt gewordene, kommunistische SED-Richterin Hilde Benjamin. Sie war der Überzeugung, dass nur größtmögliche Härte gegen die Feinde des Sozialismus den Aufbau der DDR schützt. Das kam in zahlreichen Schauprozessen der frühen 1950er-Jahre zum Ausdruck.

Als eine der wenigen kommunistischen Juristinnen, die zudem Russisch sprach, arbeitete Hilde Benjamin nach 1945 zunächst als Oberstaatsanwältin in Berlin-Steglitz. Nach der Staatsgründung der DDR war sie Vizepräsidentin des Obersten Gerichts. Parteitreu kämpfte sie an vorderster Front gegen bürgerlich-demokratische Vorstellungen einer unabhängigen Justiz und drängte darauf, das Recht als Instrument des Klassenkampfs und der Umgestaltung der Gesellschaft durchzusetzen.

Ihre Überzeugung, dass nur größtmögliche Härte gegen die Feinde den friedlichen Aufbau der DDR schützen würde, kam in zahlreichen Schauprozessen der frühen 1950er-Jahre zum Ausdruck. Hilde Benjamin wirkte zudem an den berüchtigten Waldheimer Prozessen mit, in denen 1950 über 3.400 zum Teil drastische Strafen gegen angebliche DDR-Gegner verhängt wurden.

Zu diesen Verfahren gehören auch 13 Prozesse, die Benjamin gegen Oppositionelle des SED-Regimes führte. Insgesamt verhängte die Richterin Zuchthausstrafen von 550 Jahren, schickte 15 Menschen lebenslänglich hinter Gitter und verhängte im Dresdner Schauprozess zwei Todesurteile (gegen Johann Buraniek und Wolfgang Kaiser), die 1952 vollstreckt wurden.

Nicht zuletzt für diese beiden Urteile erhielt sie Beinamen wie die „Rote Guillotine“, „Rote Hilde“ oder auch „Blutige Hilde“, wie das Magazin Freie Welt schreibt.

Thomas Mann schrieb nach Bekanntwerden der Schauprozesse imneinem Brief an Walter Ulbricht: "... hat es einen Sinn, sie (die Gefangenen) ganz im wildesten Stil des Nazismus und seiner Volksgerichte, ganz im Stil jenes zur Hölle gefahrenen Roland Freisler, der genau so seine Zuchthaus- und Todessprüche verhängte, aburteilen zu lassen und damit der nichtkommunistischen Welt ein Blutschauspiel zu geben, das ein Ansporn ist zu allem Hass?"

In der vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf herausgegebenen Broschüre „Starke Frauen in Steglitz-Zehlendorf“ wird die „Blutige Hilde“ als eine solche starke Frau geehrt. Aktuell ist die Broschüre aber nicht mehr abrufbar.

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