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Guttenberg = Hochstapler Felix Krull

Die „Berliner Zeitung“ erkennt in zu Guttenberg den Hochstapler Felix Krull. Die Welt liebt den Betrug (nicht nur in der Literatur), aber sie schmäht den Betrüger.

 

Mit seiner Rolle als  Marquis Louis de Venosta ist Felix Krull   als Hochstapler in die Literaturgeschichte eingegangen,   das gleiche könnte ihm nun als Karl-Theodor zu Guttenberg in der Wissenschaftsgeschichte gelingen.  Die Welt liebt den Betrug (nicht nur in der Literatur), aber sie schmäht den Betrüger. Und selbstverständlich steht  zu Guttenberg, unabhängig davon, wie die Universität Bayreuth und später vielleicht die Gerichte seinen Fall bewerten, nun in der Öffentlichkeit als Betrüger da, als Hochstapler, der sich in seiner Dissertation der Expertise  anderer ohne Quellenangaben so intensiv bediente, dass die Plagiate ganze Seiten füllen.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schrieb in seiner Doktorarbeit offenbar noch freizügiger ab als bislang bekannt. So ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auch ein Beitrag des CDU-Europaabgeordneten Andreas Schwab in die Dissertation eingegangen, ohne dass zu Guttenberg dies entsprechend kennzeichnete. Auf Seite 326 und 327 finden sich mehrere, nur minimal veränderte Absätze eines im Internet veröffentlichten Textes Schwabs über den europäischen Föderalismus. Weder in einer Fußnote noch im Literaturverzeichnis der Arbeit findet sich ein Hinweis auf Schwab.

Auch auf der Website der US-Botschaft in Deutschland wurde zu Guttenberg fündig. So übernahm der CSU-Politiker auf Seite 38 fast wortgleich eine dortige Passage über die Entstehungsgeschichte der US-Verfassung. Eine Fußnote zur Website der Botschaft findet sich erst auf Seite 217 in anderem Zusammenhang.

Im hinteren Teil der Arbeit übernahm der CSU-Politiker zudem Teile einer Rede des Verfassungsjuristen Gerhard Casper, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Casper hatte im September 2001 eine Festrede in Karlsruhe zum fünfzigjährigen Bestehen des Bundesverfassungsgerichts gehalten. Die Passagen, in denen Casper über die europäische Öffentlichkeit sprach, ließ zu Guttenberg ausführlich in seine Arbeit einfließen. Auf Seite 348 und 349 finden sich vier, nur minimal veränderte Absätze. Eine Fußnote fehlt, ein Hinweis auf Caspers Rede findet sich nur im Literaturverzeichnis.

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