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Merkel bleibt hart: Kein Asyl für Edward Snowden


Mediennutzer betrachtet das Ergebnis der Google-Bildersuche zu Edward Snowden, über dts NachrichtenagenturDer Whistleblower Edward Snowden zeigt sich enttäuscht von der Haltung Deutschlands und von Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihm kein Asyl zu gewähren.

Wenn ein russischer Whistleblower "bei Frau Merkel anklopfen würde", würde die Kanzlerin ihn adoptieren. Snowden fügte hinzu: "Was sagt es über unsere Welt, wenn der einzige Ort, an dem ein amerikanischer Whistleblower sicher sein kann, ausgerechnet Russland ist."

Snowden, der einst auch für die CIA arbeitete, kritisiert darüber hinaus die neue CIA-Direktorin Gina Haspel. Diese sei tief in die US-Folterpraktiken nach dem 11. September 2001 verstrickt: "Die aktuelle CIA-Direktorin ist eine Kriegsverbrecherin." Er frage sich, wie sich Deutschland verhalten werde, wenn sie demnächst nach Europa reise.

"Die Frage ist dann: Wird die deutsche Regierung mit einer Folterverantwortlichen kollaborieren und sie unbehelligt reisen lassen?"

Snowdens deutscher Anwalt Wolfgang Kaleck appellierte an die europäischen Staaten, ihre Entscheidung, Snowden kein Asyl zu gewähren, zu überdenken: "Wir sind nach wie vor offen für Gespräche und Angebote der Bundesregierung wie anderer europäischer Regierungen."

Kritik an Russland

Snowden hat Russland scharf kritisiert. "Die russische Regierung ist in vielerlei Hinsicht korrupt", sagte er der "Süddeutschen Zeitung", "das weiß auch das russische Volk. Die Russen sind warmherzig, sie sind klug. Ihre Regierung ist das Problem, nicht das Volk."

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hält sich seit fünf Jahren in Russland auf, die amerikanische Justiz will ihm wegen Spionage und Diebstahl von Regierungseigentum den Prozess machen.

Im "Buch Zwei" der "Süddeutschen Zeitung" berichtet Snowden, wie er gleich nach seiner Ankunft am Moskauer Flughafen vom russischen Geheimdienst angesprochen worden sei: "Ich habe mich sehr entschieden geweigert zu kooperieren."

Er habe keine Kontakte zur russischen Regierung, und das sei Absicht. "Ich will keine Verbindungen zu denen. Ich will keine Verstrickung. Ich hatte nie vor, hier zu sein."

Auf die Frage, ob Russland nicht gerade während der gerade laufenden Fußballweltmeisterschaft besonders empfindlich auf die von ihm geäußerte Kritik reagieren könne, sagte Snowden: "Ich denke, das ist definitiv der Fall. Gleichzeitig ist das der Grund, warum ich es tue." Das sei genau die Zeit, in der Leute Kritikern zuhörten.

Foto: Mediennutzer betrachtet das Ergebnis der Google-Bildersuche zu Edward Snowden, über dts Nachrichtenagentur

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