Bis zur ersten Hälfte des Juli 2012 war die Situation auf den Finanzmärkten, speziell in der Eurozone sehr hektisch. Praktisch täglich musste mit dem Untergang des Euro gerechnet werden. Inzwischen hat sich eine leichte „Beruhigung“ ergeben, vermutlich auch, weil viele Akteure, auch in der Politik derzeit auf Urlaub sind. Aber wie bereits seit 2008 gesehen, bricht die Finanzkrise meistens im August wieder voll los. Die Beruhigung dürfte also nur von kurzer Dauer sein.
Von Walter K. Eichelburg
Volle Markt-Manipulation
Das war der Titel meines letzten Marktkommentars vor 2 Wochen. Daran hat sich nichts geändert. Nur durch massives Gelddrucken und massive Marktstützung lebt der Euro überhaupt noch. Wie lange das noch geht, wird sich bald zeigen.
So drucken etwa die einzelnen Zentralbanken der Eurozone inzwischen selbst massiv neue, elektronische Euros, so etwa die ZBs von Spanien und Griechenland. Das nennt sich ELA – Emergency Liquidity Assistance. Damit werden die Riesensummen von Fluchtkapital aus den dortigen Banken ersetzt. Man ist in der Eurozone nur noch nicht soweit wie in USA, UK oder Japan, wo die ZB direkt und massiv die eigenen Staatsanleihen mit frischgedruckten Dollars, Pfunden oder Yen aufkauft. In der Eurozone ist alles etwas komplizierter, auch weil es dagegen Widerstand aus Deutschland und anderen soliden Eurostaaten gibt.
Die Weltwirtschaft bricht ein:
Überall, von den USA über Europa bis China geht die Wirtschaftsleistung derzeit zurück. Die USA sind real in einer Depression, wenn man sich die Zahl der Arbeitslosen oder die der Bezieher von Food Stamps (ca. 50 Millionen von 300 Mill. Einwohnern) ansieht. Man darf es nur nicht „Depression“ nennen, die offiziellen Statistiken über Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenzahl und Inflation sind wie überall gefälscht.
Auch China ist derzeit im Absturz, nur werden die Wirtschaftsstatistiken in dieser Diktatur noch mehr gefälscht, als im Westen. Ausserdem hat eine massive Kapitalflucht eingesetzt. Auch viele ausländische Firmen verlassen China, weil dort nichts mehr zu holen ist.
Einer der Hauptgründe für diesen weltweiten Wirtschafts-Einbruch liegt in den Problemen der Euro-Südzone, die derzeit schon in einer Depression ist, oder in diese eintritt. Es werden daher eben weniger US-Flugzeuge, chinesische Gadgets oder deutsche Autos verkauft. Auch in Deutschland brechen daher die Industrieaufträge ein und die Arbeitslosenzahlen steigen.
Noch halten die Währungen:
Wie bereits weiter oben erwähnt, werden derzeit die Finanzmärkte von den Staaten und Zentralbanken massivst manipuliert, um besonders einen Crash des Euro zu verhindern. Daher wurde etwa die Schweizer Nationalbank zum grössten Gläubiger der Bundesrepublik Deutschland. Im Bestreben, den Euro-CHF-Peg bei CHF 1,20 zu halten, wurden Riesensummen von Euros gekauft und in deutschen Bunds angelegt. Das zu einer Zeit, wo sich private Investoren im grossen Stil aus der ganzen Eurozone verabschieden und auch die Bunds abverkaufen. Der Euro wird mit solchen Markt-Manipulationen daher nicht mehr lange gehalten werden können. Das Ergebnis ist dann eine Währungskrise und der Zerfall des Euro.
Die wichtigste Front der Systemmanipulationen ist aber der Goldpreis. Dieser konnte bisher auf etwa $1600, €1300/oz gehalten werden, indem nicht nur das Zentralbank-Gold sondern auch das Gold der Lagerkunden bei Grossbanken auf den Markt geworfen wurde. Dieser Skandal fliegt jetzt auf. Sobald diese Lagerkunden grossflächig ihr Gold abholen, ist das Spiel aus, der Goldpreis explodiert und die real wertlosen Papiergelder gehen in die Hyperinflation.



