Auch Kater rechnet mit einem „großflächigen Eingreifen“ der Zentralbank in Verbindung mit den Kreditmechanismen. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die EZB die Staatsschulden ja nicht vernichtet, sondern nur beherbergt, nach Möglichkeit nur temporär“, sagte der Dekabank-Chefökonom Handelsblatt Online. Zurückzahlen müssten Staaten und private Schuldner weiterhin. „Es ist ein möglicher Anfang zur langfristigen Bewältigung der Schuldenkrise“, sagte Kater. „Zumindest für die kommenden beiden Jahre ist keine Inflation in Sicht.“ Die Gefährdungen der gegenwärtigen Politik seien langfristiger Natur: „Keiner weiß, was der Begriff ‚Unabhängigkeit der Zentralbank‘ in den nächsten Jahren bedeuten wird.“
Krämer gab zu bedenken, dass die EZB Anleihen der strauchelnden Peripherieländer nur kaufen wolle, wenn diese zuvor Hilfen beim Rettungsfonds ESM beantragt hätten. „Aber die mit den ESM-Hilfen verbundenen Auflagen müssen nicht sonderlich hart sein“, bemängelte der Commerzbank-Ökonom. „Bittet Spanien etwa um ESM Kreditlinien, müsste es nur die meist weichen Auflagen der EU-Kommission zum Abbau übermäßiger Haushaltsdefizite und makroöko! nomischer Ungleichgewichte erfüllen.“ Spanien könne auf diese Weise ein „schmerzhaftes makroökonomisches Anpassungsprogramm vermeiden, wie es Griechenland, Portugal und Irland akzeptieren mussten“.



