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Zombie-Banken ruinieren deutsche Vermögen

Ökonomen warnen vor „Zombie-Bankensystem“ durch EZB- Krisenpolitik. „Leider geht das aber nur, wenn die EZB immer mehr Geld in den Bankenapparat pumpt und so am Ende eben doch den Geldwert des Euro ruiniert.“ Finanziert werde der Prozess somit durch die Entwertung aller nominalen Vermögen und Einkommen.


Die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte nach Einschätzung von Ökonomen in Deutschland zu verheerenden Fehlentwicklungen im Finanzsektor der Euro-Zone führen. „Das großvolumige Refinanzieren der Banken durch den EZB-Rat hält schlechte Banken, die besser aus dem Markt ausscheiden sollten, künstlich über Wasser und ein Zombie-Bankensystem entsteht“, sagte Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Allenfalls im Zuge einer Politik, marode Banken aus dem Markt zu befördern, wäre die Refinanzierung durch die Zentralbank vielleicht zu rechtfertigen: Unprofitablen Banken müsse das Neugeschäft untersagt werden, sie müssten abgewickelt werden, unterstrich Polleit.

Der Frankfurter Ökonom geht davon aus, dass der EZB-Rat die Basisgeldmenge noch „ganz drastisch“ ausweiten werde. Er begründete dies damit, dass allein die ausstehende Kapitalmarktfinanzierung der Banken im Euro-Raum sich derzeit auf etwa 5 Billionen Euro belaufe. „Für viele Institute wäre eine Refinanzierung zu Marktkonditionen der Todesstoß, und folglich wird der EZB-Rat einspringen“, sagte Polleit.

Die EZB leihe diesen Banken das, was ihnen private Investoren aus gutem Grund längst nicht mehr verleihen wollten. Als zweiten Grund für das expansive Handeln der EZB nannte Polleit die Gefahr eines Domino-Effekts. „Die Euroraum-Banken sind anfällig für einen „Bank Run“, weil ihre jederzeit fälligen Einlagen nur zu etwa 27 Prozent mit Zentralbankgeldguthaben gedeckt sind“, sagte er. „Um eine Volldeckung zu erreichen, wird der EZB-Rat vermutlich weitere Anleiheaufkäufe von mindestens etwa 3 Billionen Euro ins Kalkül ziehen.“ Hinter dieser Politikmaßnahme könne die EZB dann auch die angestrebte Monetisierung der öffentlichen Schulden verstecken.

Hans-Peter Burghof, Leiter des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim, warf der EZB vor, Banken zu missbrauchen, um in einer Art Schneeballsystem die Staatsfinanzierung ihrer Länder zu gewährleisten. Dies geschehe dadurch, dass sie die Staatsanleihen dieser Länder als Sicherheit akzeptiere, die zu diesem Zweck von den Banken gekauft würden. „Im Ergebnis geht die EZB gegenüber diesen Banken echte Kreditrisiken ein und, schlimmer noch, beteiligt sich so indirekt an der Staatsfinanzierung. Damit bewegt sie sich weit jenseits ihres Mandats“, sagte der Bankenexperte Handelsblatt Online.

Dieses Spiel könne man aber beliebig weiterführen, das Ende der Fahnenstange brauche also nie erreicht werden. „Leider geht das aber nur, wenn die EZB immer mehr Geld in den Bankenapparat pumpt und so am Ende eben doch den Geldwert des Euro ruiniert.“ Finanziert werde der Prozess somit durch die Entwertung aller nominalen Vermögen und Einkommen, also der Sparbücher, Renten und Gehälter in ganz Europa. Diese bedeute letztlich eine europäische Sozialisierung der Staatsschuld auf Umwegen.
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