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Wo der Staat kann, greift er brutal zu. Besonders die Raucher bekamen das in letzter Zeit zu spüren. Die Tabaksteuer ist in zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen. Genau so kurios wie zwangsläufig: Trotz höherer Steuern kassiert der Fiskus am Ende weniger.

 

Der deutsche Fiskus greift den Rauchern immer tiefer in die Tasche. Nach einem Bericht der "Bild-Zeitung" (Dienstagausgabe) ist die durchschnittliche Tabaksteuer auf Zigaretten zwischen 2002 und 2011 um 60 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Besteuerung von Feinschnittprodukten legte im selben Zeitraum sogar um 89 Prozent zu.

Das geht nach Angaben der Zeitung aus einem neuen Gutachten des Bundesfinanzministeriums hervor, dass die Auswirkungen der Tabaksteuererhöhungen der vergangenen Jahre analysiert. Danach nutzt die Tabakindustrie die Steueranhebungen auch, um zusätzliche Preiserhöhungen durchzusetzen.

So habe der Fiskus die Tabaksteuer auf Markenzigaretten seit Mai 2011 in zwei Stufen um insgesamt zwölf Cent pro Standardpackung heraufgesetzt. Die Hersteller hätten darüber hinaus den Preis je Packung um insgesamt 18 Cent angehoben. Bei einer Packung Feinschnitt (40 Gramm) habe die Steuererhöhung im selben Zeitraum durchschnittlich 44 Cent betragen, der zusätzliche Preisaufschlag der Hersteller 33 Cent.

Insgesamt sei im laufenden Jahr mit 14,2 Milliarden Euro Einnahmen aus der Tabaksteuer zu erwarten. Das seien 200 Millionen Euro weniger als im Rekordjahr 2011. Das Finanzministerium zieht laut "Bild-Zeitung" ein positives Fazit der Steuererhöhungen. Die mit dem Tabaksteuermodell "verfolgten Ziele, insbesondere die Tabaksteuereinnahmen zu erhöhen und weitere Marktverwerfungen zu vermeiden, sind erreicht worden", zitiert die Zeitung aus dem Gutachten.
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